Die ausgeklügeltste Logistik funktioniert nur, wenn die zu verteilenden Güter auch rechtzeitig an ihrem Bestimmungsort eintreffen. In zwei Studien vom Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie- und Kommunikation (Uvek) wie von GS1 wird auf die Bedeutung einer gut ausgebauten und funktionierenden Infrastruktur als Standortvorteil der Schweiz im globalen Wettbewerb hingewiesen. Die steigende Mobilität der Menschen, gepaart mit der Globalisierung des Handels, wird angesichts der Verkehrsprognosen für die kommenden Jahrzehnte zu einem Verkehrskollaps führen, wenn das Verkehrsnetz nicht rechtzeitig ausgebaut wird.

Gleichzeitig geht die Arbeitsteilung weiter, die Wertschöpfungstiefe der einzelnen Unternehmen sinkt, immer mehr Tätigkeiten werden an spezialisierte Firmen vergeben. Die Folge davon sind immer grösser werdende Transport-, Umschlags- und Lagervorgänge innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette. Logistik-Dienstleistungen werden also in Zukunft noch stärker gefragt sein als bisher. Die dezentrale Fertigung einzelner Produkte funktioniert nur dann reibungslos, wenn die einzelnen damit verbundenen Transporte auch rechtzeitig an ihrem Bestimmungsort ankommen. Soll dies auch so bleiben, müssen die Verkehrsverbindungen auf Strasse, Schiene, Wasserweg und in der Luft auch in Zukunft so ausgebaut werden, dass Funktionsstörungen innerhalb der Supply Chain weitgehend ausbleiben.

Es darf auch nicht vergessen werden, dass in verschiedenen Branchen die Logistikkosten noch immer einen nicht zu verachtenden Anteil an den gesamten Kosten eines Produktes ausmachen. Jedes Unternehmen trachtet deshalb danach, diese Kosten längerfristig weiter zu senken, entweder durch intern optimierte Abläufe oder durch Outsourcing. Gerade Letzteres hat in jüngster Zeit weiter zugenommen. Laut der neuesten Logistikmarktstudie von GS1 und der Hochschule St. Gallen übernehmen Logistikdienstleister in der Schweiz knapp 52% der transportierten Tonnage der verladenden Industrie- und Handelsunternehmen. Bei einem Güteraufkommen von 477 Mio t sind dies immerhin 248 Mio t.

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Steigende Energiepreise, die Diskussion um CO2 sowie das Problem der Partikelemissionen führen dazu, dass eine hohe Transportintensität immer weniger Akzeptanz findet. «Green Logistics» wird in der Zukunft stärker in den Vordergrund rücken. Dies kann zu neuen Logistikkonzepten führen, doch auch diese stützen sich - sollen sie umweltgerecht sein - auf ein gut ausgebautes Verkehrsnetz.