Gerade in unsicheren Zeiten, wenn jede Vorhersage nur einen Tag Halbwertszeit hat, ist es wichtig, Unternehmen zu identifizieren, die auf langfristig laufende Investmenttrends setzen. So zum Beispiel auf Infrastrukturanlagen. Chancen ergeben sich hier durch den Erneuerungsbedarf in den Industrieländern und dem Neubau in den Schwellenländern.

Überfüllte Gefängnisse

Corrections Corporation of America ist Eigentümer und Betreiber von mehr als 60 Haftanstalten in den USA und Marktführer im privaten Strafvollzug. Überfüllte Gefängnisse sind wie in vielen Ländern auch in den USA ein Problem. In den Bau neuer Gefängnisse werden jedoch kaum mehr öffentliche Gelder gesteckt. Aus diesen Gründen engagieren einzelne Bundesstaaten private Unternehmen, um die Baukosten wie auch die laufenden Verwaltungskosten zu umgehen. Gegenwärtig betreut der private Strafvollzug nur 7% der US-Gefängnisinsassen; der Übergang zum Outsourcing des Strafvollzugsbetriebs nimmt zudem erhebliche Zeit in Anspruch.

Langfristig geht der Trend aber in diese Richtung. So hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger in Kalifornien wegen der Überfüllung der Gefängnisse den Notstand ausgerufen und Insassen in private Anstalten ausserhalb des Bundesstaates überwiesen, die von der Corrections Corp. betrieben werden. Auch die Nachfrage des Bundes wird zum Wachstumsmotor, weil die Ausgaben für die Sicherung der Grenze zu Mexiko deutlich angehoben wurden. Auch davon profitiert das Unternehmen.

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Vernachlässigte Stromnetze

General Cable ist ein Beispiel für eine Aktie, die von den Analysten wegen ihrer geringen Marktkapitalisierung vernachlässigt wird, aber grosses Potenzial bietet. General Cable zieht Nutzen aus den enormen Investitionen in Stromnetze der westlichen Welt und aus dem Ausbau der Netze in den Entwicklungsländern. Nachdem die Leitungen Jahrzehnte lang vernachlässigt wurden, sind Stromausfälle und Spannungsabfälle in den USA heute beinahe an der Tagesordnung. Jetzt bemüht sich der Gesetzgeber, höhere Investitionen in Übertragungsleitungen zu fördern.

Die Produktpalette von General Cable ist breit und reicht von Niederspannungskabeln bis zu den von den grossen Energieversorgern eingesetzten Hochspannungskabeln. Die steigende Nachfrage führt zu Erträgen, die die Erwartungen der Analysten immer wieder übertreffen. Diese Entwicklung könnte aufgrund der Modernisierung in den USA, der internationalen Expansion und der damit steigenden Umsätze durchaus anhalten.

Die stetig steigende Ölnachfrage in den Schwellenländern ohne gleichzeitige Erschliessung grosser neuer Erdölvorkommen sorgt dafür, dass wir uns in Zukunft an höhere Erdölpreise gewöhnen müssen. Die gegenwärtige Ölpreiskorrektur darf nicht darüber hinwegtäuschen. Von dieser Situation profitieren Unternehmen, die ihre Produktion noch steigern können. Dabei lohnt es sich, auf Unternehmen zu fokussieren, die neue Produktionskapazitäten erschliessen und nur geringfügig in bestehenden Produktionsstätten engagiert sind. Eines dieser Unternehmen ist Marathon Oil. Hier werden neue Projekte in den Jahren 2008 und 2009 für ein zweistelliges Produktionswachstum sorgen. Mit dem Erwerb von Ölsandstätten in Kanada hat sich das Management ein zusätzliches Wachstumspotenzial gesichert.

Wachstumsinitiativen

Im Gegensatz zur Mid-Cap-Vergleichsgruppe verfügt Marathon Oil auch über einige Raffinerien. Zwar sind hier die Prognosen noch eingetrübt. Marathon Oil hat jedoch einige Wachstumsinitiativen gestartet und Raffinerien für die Verarbeitung von Schweröl ausgebaut, was höhere Margen verspricht. Wichtiger ist jedoch, dass Marathon vom Markt so bewertet wird, als sei es ein reines Raffinerieunternehmen. Berücksichtigt man die verbesserten Aussichten für seine Explorations- und Produktionsbereiche sowie die Tatsache, dass der Markt solche Unternehmen höher als Raffinerien bewertet, dann ist bei der Wertentwicklung noch erheblicher Spielraum vorhanden.