ROHSTOFFE. Steigende Rohstoffpreise haben in den letzten Jahren das Interesse der Anleger für diese einst vergessene Anlageklasse wieder erweckt. Mit der erhöhten Liquidität in vielen Rohstoffmärkten eröffnen sich dem Anleger neue Wege und Möglichkeiten für Rohstoffinvestments. Insbesondere das Angebot an strukturierten Produkten auf Rohstoffe hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Produktarten und Strukturen, welche früher ausschliesslich im Zusammenhang mit traditionellen Anlageklassen erhältlich waren, finden heute vehement Anwendung in der Welt der Rohstoffe. Vor einem Investitionsentscheid sollten sich interessierte Anleger allerdings mit den spezifischen Eigenheiten der Rohstoffmärkte vertraut machen.

Starke Preisschwankungen

Auf die weltweit meistgehandelten Rohstoffe sind heute an Rohstoffbörsen liquide Futures-Kontrakte gelistet. Einerseits haben der von Investoren getriebene Liquiditätszufluss und der Bedarf nach neuen Absicherungsinstrumenten die Liquidität von bestehenden Futures-Kontrakten erhöht, andererseits werden immer mehr neue Rohstoffe «gelistet» und dem Anleger zugänglich gemacht. Bei neuen Kontrakten ist aber zu beachten, dass die anfangs meist geringe Liquidität zu starken Preisschwankungen führen kann, was die Preisfindung, welche sich bei Rohstoffen immer am physischen Markt orientiert, beeinträchtigen kann.Anders als bei Aktieninvestments will der Anleger in den meisten Fällen den Rohstoff nicht physisch angedient bekommen. Daher werden die dem breiten Anlegerpublikum zugänglichen strukturierten Produkte fast immer in bar abgerechnet. Ausnahmen gibt es im Bereich Edelmetalle, wo eine physische Abwicklung einfacher möglich ist als beispielsweise bei Energie- oder Landwirtschaftsgütern. Trotz einheitlicher Barabrechnung lassen sich strukturierte Rohstoffprodukte entlang der ihnen zugrunde liegenden Basiswerte grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilen: Index- und Futures-basierte Produkte. Produkte mit einem spezifischen Futures-Kontrakt als Basiswert besitzen meistens eine mehr oder weniger exotische Optionskomponente und haben immer eine fixe Laufzeit, welche in der Regel mit der Fälligkeit des Futures-Kontrakts zusammenfällt. Diese Art von Produkten eignet sich vorwiegend für Investoren, welche eine genauere Ansicht zu der Preisentwicklung eines Rohstoff(baskets) haben.Die Fälligkeit von Futures-Kontrakten erschwert eine Buy-and-hold-Strategie. Anleger, die eine solche Strategie verfolgen, aber nicht selber mit Futures oder Swaps operieren wollen, sollten auf Rohstoffindizes setzen. Neuere Rohstoffindizes können teilweise nicht mehr als rein passive Instrumente bezeichnet werden, da sie oftmals sehr spezifische aber arbiträre Strategieelemente enthalten, die dem Indexanbieter viel Spielraum einräumen.

Verzerrungen minimieren

Bei der Auswahl des geeigneten Index sollte sich der Investor daher stets an einem möglichst objektiven Benchmark orientieren und sich die ursprünglichen Gründe für sein Rohstoffengagement vor Augen halten: Diversifikation und Schutz vor Inflation sowie geopolitischen Unsicherheiten. Um diesen Anlagezielen der Investoren gerecht zu weden, hat Lehman Brothers die Pure Beta Strategy entwickelt. Eine nach objektiven Kriterien und Regeln aufgebaute Indexstrategie. Ziel der Pure Beta Strategy ist es, möglichst genau den Spotpreis der im Lehman Brothers Commodity Index enthaltenen Rohstoffe abzubilden und gleichzeitig die durch Investorengelder verursachten Verzerrungen zu minimieren. Allgemein wird erwartet, dass im Falle einer unerwarteten Verknappung eines Rohstoffes – etwa wegen einer Eskalation der Spannungen im Mittleren Osten oder einer wetterbedingt schlechten Ernte – der Spot-preis überdurchschnittlich ansteigt, da Lieferungen in ferner Zukunft unter Umständen weniger gefährdet sind. Von Lehman Brothers angestellte Analysen zeigten, dass die Pure Beta Strategy in der Vergangenheit deutlich bessere (risikoadjustierte) Renditen erzielte als konventionelle Indizes.

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