INNOVATIONSMANAGEMENT. Die Innovationen sind für ein Unternehmen lebens- und überlebenswichtig, sie sind ein wichtiges Instrument der Zukunftssicherung, das nicht nur kreatives Denken der Mitarbeiter voraussetzt, sondern auch in die strategischen Pläne einbezogen werden muss. Erfolgreiche Unternehmen bedienen sich daher eines zielgerichteten Innovationsmanagements unter Einsatz hoch entwickelter Führungstechniken sowie modernster Informatik- und Kommunikationstechnologien. Der Aluminiumkonzern Alcan hat dafür ein effizientes Modell entwickelt.

In die richtigen Bahnen lenken

Wer sich auf den globalen Märkten behaupten und nicht nur heute, sondern auch morgen eine führende Rolle spielen will, überlässt nichts dem Zufall. Innovation ist das Zauberwort, mit dem überraschende Ideen und frische Impulse umschrieben werden, die das Unternehmen dauerhaft um die berühmte Nasenlänge vor seinen Wettbewerbern positionieren sollen. Das bedingt kreatives Denken und entsprechendes Engagement seitens der Mitarbeiter. Aber Kreativität an sich genügt nicht; das kreative Potenzial innerhalb eines Unternehmens muss nicht nur auf vielfältige Weise gefördert und ausgeschöpft, sondern auch in die richtigen Bahnen gelenkt werden.Wie in anderen Unternehmensbereichen bedarf es auch hier der strategischen Lenkung, damit die resultierenden Innovationen sich im Zeitpunkt ihrer Reife mit den dann vorherrschenden Marktbedürfnissen decken.

Die Optionen für die Zukunft

Das Technologie- und Innovationsmanagement von Alcan konzentriert sich auf drei wichtige Aktivitäten:

O Die Anwendungsentwicklung als Dienstleistung für die operativen Geschäftseinheiten, o die strategische Grundlagenforschung und o die «freie» Innovationsforschung, das so genannte Future-Options-Programm.

Die jährlich zu überprüfenden und zu konsolidierenden «Technology Roadmaps» der operativen Geschäftseinheiten gelten als gutes Beispiel für das strategische Management von Technologien. Daraus abgeleitet werden die Schwerpunkte für die angewande Entwicklung und vor allem die Felder für die strategische Grundlagenforschung. Das intern entwickelte Future Options-Programm ist Alcans wichtigstes Instrument des Innovationsmanagements. Es erlaubt das schnelle und effiziente Selektionieren und Vorentwickeln neuer Technologien, die für den Konzern relevant sein könnten. Die Einführung und Umsetzung von Future Options hat nachweislich auch zu einer verbesserten Kreativität der Mitarbeiter und zu einer offeneren Haltung des Managements gegenüber den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten geführt. Überwacht und kontrolliert werden alle Arbeiten durch ein web-basiertes Programm, dem «BlueBook», ebenfalls eine interne Entwicklung. Damit haben alle Beteiligten direkten Zugang zu allen relevanten Information betreffend Projektmanagement und Stand der Dinge.

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Mit Auszeichnung aus St. Gallen

Die positiven Ergebnisse des strategisch ausgerichteten Innovationsmanagements bei Alcan fanden nicht nur innerhalb des Konzerns Beachtung, sondern auch im weiteren Umfeld des Unternehmens. Im vergangenen Frühjahr wurde der Forschungszweig des Unternehmensbereichs Alcan Engineered Products von der Universität St. Gallen im Auftrag eines Industriekonsortiums für gutes Technologie- und Innovations-Management ausgezeichnet. Acht internationale Firmen (ABB Schweiz, BASF, British Telekom, Henkel, Rieter Management, Schlumberger, Swisscom und Telekom Austria) hatten ein Konsortium gebildet, um der Frage nach effizienter Innovationsüberwachung nachzugehen. Das Ziel des Projektes war, erfolgreiche Prozesse für das Innovationsmanagement zu identifizieren. Nach Auswertung anonym eingereichter Fallstudien von 63 europäischen Firmen wurden schliesslich fünf Unternehmen ausgezeichnet, die erfolgreiche Prozesse (Best practice) eingeführt und am besten umgesetzt hatten. Es sind: Alcan, Hoffmann LaRoche, IBM Research, Lufthansa Technik und Volkswagen.

Die entscheidenden Kriterien

Welches waren die Kriterien, deren sich die Juroren bedienten? Die Fachwelt ist sich heute einig, dass es im Grossen und Ganzen vier Bereiche gibt, die einen geeigneten Rahmen zur Überwachung von Innovationen bilden:

O Das strategische Management von Technologien;O das aktive Ideenmanagement;O das Projektmanagement und O die Ergebnisüberwachung.

Zusätzlich wurden von den Konsortiumsmitgliedern noch folgende Kriterien vorgeschlagen:Innovationsstrategie, «Open Innovation»-Aktivitäten, Unterstützung für radikale Innovationen, Innovationskultur sowie organisatorische Struktur von Forschung und Entwicklung (F&E).Um die Umsetzung und Anwendung der Kriterien zu überprüfen, wurden die zum Benchmark ausgewählten 63 Firmen sorgfältig auditiert. Das Audit hat gezeigt, dass die erwähnten Aktivitäten und Prozesse als erfolgreich gelten und einem kritischen Vergleich sogar industrieübergreifend standhalten. Die Auszeichnung von Alcan demonstriert, dass auch eine metallverarbeitende Industrie das Innovations- und Technologiemanagement professionell einführen und umsetzen kann. Natürlich sind in dieser Branche die Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz (F&E-Intensität) ein Bruchteil dessen, was andere Sektoren, z.B. die Pharmaindustrie, für Forschung und Entwicklung (F&E) einsetzen.

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