Da sich die Schweiz als Nation der KMU und Innovationen versteht, überraschte die Bemerkung von SGO-Stiftungs-Präsident Markus Sulzberger umso mehr: «KMU sind häufig zu beschäftigt, um nebst dem Tagesgeschäft zusätzlich an Innovationen zu denken.» Woher kommen denn nun die wichtigen neuen Ideen und wie kann man diese fördern? Hans Knöpfel, Moderator und Gründer von Knöpfel & Partner, führte die Diskussion über Innovationsprozesse jenseits der «Gipfelikonferenz». «Wenn Innovationen einen derart hohen Stellenwert für KMU besitzen, bedürfen sie einer dauerhaften organisatorischen Institutionalisierung», weist Gerhard Schewe, Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, an. Eine solche Integration der Innovationsmentalität in die Tagesroutine kann durch diverse Massnahmen gefördert werden, wusste Nadja Schnetzler, Mitgründerin der Ideenfabrik BrainStore. «Ein gutes Innovationsmanagement beginnt mit einer guten Frage und einem klaren Prozess, an dem sich Firmen orientieren können.»

Ein gängiger Fehler läge laut Stefan Becker, Ko-Autor und Lehrbeauftragter der WWU Münster, in der falschen Ausrichtung des Innovationsprozesses: «Lieferanten werden bisher in der Praxis unzureichend gewürdigt. Der Kunde wird unserer Ansicht nach im Innovationsprozess häufig überschätzt.» Bei Heinz Imhaslys KMU Luftseilbahnen Fiesch-Eggishorn bewährte sich das Konzept des Innovationsmanagements. Ihm und seinem Unternehmen stand eine Herausforderung bevor, mit der auch Grosskonzerne ringen: «Technikern das Betriebswirtschaften beibringen - nicht nur aus dem Bauch, sondern auch durch prozessorientierte Organisation.» Sind deshalb alle KMU, die Innovationsprozesse nicht institutionalisiert und in ihre Geschäftsstrategie eingebaut haben, dem Untergang geweiht? Bei NEK Umwelttechnik scheint es gemäss CEO Christoph Kapp trotzdem rund zu laufen. «Bei uns finden Innovationsprozesse unbewusst statt.» Dafür brauche es aber engagierte Mitarbeitende mit Eigeninitiative und unternehmerischem Denken.