In der Schweiz werden 9% des weltweiten Vermögens verwaltet. In der Verwaltung von Privatvermögen steht der Finanzplatz Schweiz mit einem Marktanteil von 28% sogar auf Platz eins. Kein Wunder, entwickelt und produziert die Finanzindustrie unermüdlich neue, effizientere Anlageprodukte für unser Land. Die Wahrnehmung ist bei allen Banken dieselbe: Der Anleger will nicht mehr nur ein Produkt, das besser ist als der Markt, sondern er will auch in negativen Börsenzeiten eine positive Rendite. Absolut-Return-Produkte und Kapitalschutz-Zertifikate sind nur einige Instrumente, die zumindest ansatzweise das Versprechen enthalten, diesen Wunsch zu erfüllen.

Das Bemühen der Banken, bislang institutionellen Anlegern vorbehaltene Anlageklasse wie Immobilien und Rohstoffe auch für den Privatanleger zugänglich zu machen, zeigt bereits erste Erfolge. Durch Instrumente, die weder eine Millioneninvestition noch Expertenwissen verlangen, wird eine bessere Diversifizierung und damit eine Minimierung des Portfoliorisikos möglich.

Das Verschmelzen der einzelnen Anlageklassen – Anlagefonds dürfen auch mit Derivaten ihre Performance aufbessern, Zertifikate gibt es ohnehin auf jede Anlagekategorie (Hedge-Fonds, Fonds, Rohstoffe etc.) und aus Immobilien werden Aktien – spielt dabei eine bedeutende Rolle. Die Vermischung der einzelnen Kategorien mag zum einen verwirren und die Frage aufkommen lassen, was überhaupt noch Sinn macht und wo einfach nur Gebühren durch ein unüberschaubares Konstrukt verschiedener Instrumente verschleiert werden. Aufgrund der Möglichkeiten, die diese Entwicklung bietet, ist sie aber grundsätzlich mit Wohlwollen zu begrüssen. Die Stärke des einen kann die Schwäche des anderen ausmerzen.

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Vermögensvermehrung ist damit aber nicht zum Selbstläufer geworden. Anleger, die wissen, wo sie sich befinden und eine Vorstellung davon haben, wann sie wohin wollen, finden sich dank den vorhandenen Wegweisern im Produktedschungel zurecht. Wer jedoch vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sieht und schon gar nicht weiss, ob er jetzt an den Bullen oder den Bären glauben soll, wird trotz Strassenkarte die Orientierung verlieren. Damit die innovativen und wertvollen Produktideen der Banken nicht versanden, ist deshalb vor allem auch eine kompetente Beratung gefragt. Wenn die Aktienmärkte wieder einmal gegen den Wind ankämpfen müssen und die monetäre Situation angespannter ist, werden auch die Finanzprodukte wieder stärker um das Geld kämpfen müssen.