Zugegeben, das vergangene Jahr war für viele Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen eine Periode, die man möglichst bald vergessen möchte. Im internationalen Quervergleich wirkte sich die Rezession in der Schweiz 2009 allerdings relativ milde aus, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) Mitte Juni in einem Kommentar feststellte. «Zu verdanken ist dies namentlich dem privaten Konsum und den Bauinvestitionen, welche die Einbrüche in der Exportindustrie sowie im Finanzsektor teilweise kompensieren konnten», so das Seco.

Sorgen bereitet im Nachgang zur Krise aber vielen Firmen derzeit die Währungsrelation Schweizer Franken zu Euro. Letzterer ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Als kleine, aber offene Volkswirtschaft hängen die Schweizer Unternehmen massgeblich von der ausländischen Konjunktur - insbesondere derjenigen in der EU - ab. Der grösste Teil - rund zwei Drittel - der von der Schweiz exportierten Investitionsgüter geht in den EU-Raum. Dieser Anteil wird nach Ansicht von Swissmem-Präsident Johann Schneider-Ammann auf 50% zurückgehen. In den kommenden Jahren ist mit einer Verlagerung der industriellen Aktivitäten in Richtung Brasilien, Russland, Indien und China, der sogenannten BRIC-Staaten, zu rechnen. In diesen Ländern wird derzeit kräftig investiert.

Die Schweiz zählt allerdings nach Ansicht der Wirtschaftsexperten noch immer zu den innovativsten und kompetitivsten Ländern. Wichtig ist zudem, dass unser Land den vorhandenen Ausbildungs- und Wissensvorsprung auch in Zukunft aufrechterhalten kann. Dank hoher Flexibilität, innovativen Produkten und hoher Arbeitsleistung sollte es den Schweizer Firmen auch in Zukunft gelingen, den Industriestandort Schweiz und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

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Positiv zu werten ist sicher auch die Tatsache, dass sich zahlreiche im Vergleich eher kleine Schweizer Firmen gegenüber der ausländischen Konkurrenz durchaus behaupten können.

Die Analyse der jüngsten, hier vorliegenden «Handelszeitung»-Dun & Bradstreet-Liste der 500 grössten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsfirmen belegt, dass nicht wenige Unternehmen in der Schweiz das schwierige Wirtschaftsjahr 2009 durchaus erfolgreich bewältigen konnten, allen Kriseneinflüssen zum Trotz. Noch immer ist es möglich, am Produktionsstandort Schweiz Erzeugnisse herzustellen, welche auf dem harten Weltmarkt bestehen können. Diese Innovationskraft gilt es auch in Zukunft zu erhalten.