Sie bildet das Fundament einer arbeitsteiligen Wirtschaft. Schon der vorübergehende Ausfall der Infrastruktur einzelner Komponenten kann schwerwiegende Folgen haben: Ein Kurzschluss legt die Stromversorgung grosser Teile einer Millionenmetropole lahm, die Unterbrechung einer wichtigen Verkehrsverbindung (z.B. Gotthardautobahn) führt zu kilometerlangen Staus und Wartezeiten. Eine intakte Infrastruktur mit zuverlässigen Transportwegen, stabilen Telekommunikationsnetzen, effizienten Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, nachhaltiger Wasser- und Energieversorgung schafft die Voraussetzungen für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. Zunehmend wird die Finanzierung von Infrastruktureinrichtungen – Erstellung, Betrieb und Unterhaltung – privaten Partnern oder Investoren anvertraut. Australien, Kanada und Grossbritannien haben mit Deregulierung, Lizenzvergaben und Privatisierungen gute Erfahrungen gemacht. Das angelsächsische Beispiel macht nun auch in Kontinentaleuropa und den USA Schule.

Der Bedarf ist gewaltig und wächst rapide. Bis 2030 werden laut OECD weltweit 71 Billionen Dollar allein für die Modernisierung der Basis-Infrastruktur benötigt. Nach UBS-Schätzungen müssen weltweit pro Jahr etwa 850 Mrd Dollar für den Bau und die Erneuerung von Infrastrukturanlagen aufgewendet werden.

Geringe Ertragsschwankungen

Das Interesse privater wie institutioneller Investoren an Infrastruktur hat in jüngster Zeit deutlich zugenommen. Infrastrukturanlagen erfordern hohe Investitionsbeträge, haben eine lange Lebensdauer und erwirtschaften in der Betriebsphase kontinuierlich attraktive, weitgehend inflationsgeschützte Cashflows. Das macht sie relativ unabhängig von Konjunkturschwankungen. Sie unterliegen im Allgemeinen geringeren Ertragsschwankungen als andere Anlageklassen.

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Pensionskassen sind auf stabile reale Renditen angewiesen, um ihre langfristigen Verbindlichkeiten erfüllen zu können. Angesichts der attraktiven Kombination aus relativ niedrigem Risiko und inflationsgekoppelten Erträgen sowie der geringen Korrelation mit traditionellen Anlageklassen können Infrastrukturanlagen eine wichtige Rolle bei der Diversifikation eines gemischten oder Core-Satellite-Portfolios einer Pensionskasse spielen und als Beimischung das Risiko-Ertrags-Profil verbessern.

Ein Konzept, das sich für Schweizer Pensionskassen anbietet, ist eine Fund-of-Funds-Anlagelösung in Form einer Schweizer Anlagestiftung (AST). Eine Schweizer Anlagestiftung ist für Schweizer Pensionskassen eine geeignete Rechtsform, weil sie eine administrativ, steuerlich und operativ effiziente Lösung bietet. Eine AST-Anlagegruppe Infrastruktur kann z.B. in nichtbörsenkotierte Infrastrukturfonds investieren (also absichtlich nicht in Infrastrukturaktien), die von erfahrenen Spezialisten gemanagt werden. Die einzelnen Infrastrukturfonds investieren direkt in verschiedene Infrastrukturanlagen der Sektoren Energie und Versorgung, Transport und Verkehr, Kommunikation sowie Public Private Partnerships.

Ein Anleger sollte bei einem Engagement in Infrastruktur auf eine ausreichende Diversifikation achten, d.h. etwa 10–15 single Fonds beziehungsweise zirka 80–180 Infrastrukturanlagen. Diese breite Diversifikation dient dazu, die einzelnen objektspezifischen Risiken abzuschwächen. Investitionen in nichtbörsenkotierten, geschlossenen Infrastrukturfonds können aufgrund ihres langfristigen Charakters nicht «von heute auf morgen» wieder verkauft werden. Ihr Kapital wird erst am Ende der Laufzeit (i. d. R. zehn Jahre) realisiert. Das Liquiditätsrisiko ist für viele institutionelle Investoren weniger wichtig, da sie die Infrastrukturanlagen langfristig halten, um laufende Erträge zu erzielen. Liquiditätsrisiken lassen sich vermindern, wenn Anlagehorizont, Fondslaufzeit und Finanzierung aufeinander abgestimmt werden.

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