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Tourismus
Insel-Sperre trifft Mövenpick-Hotel

Mövenpick in Boracay
Mövenpick-Resort in Boracay: Für maximal sechs Monate sind Gäste nicht erlaubt. Quelle: ZVG

Kaum öffnet Mövenpick sein Hotel auf Boracay, wird die Insel für sechs Monate geschlossen. Was bedeutet das für Gäste und Mitarbeiter?

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 07.04.2018

Eine üppige Pool-Landschaft eingerahmt von Palmen, 200 Meter Privatstrand: Das nagelneue Hotelresort von Mövenpick auf Boracay kann sich sehen lassen. Allerdings werden wenige Gäste Gelegenheit bekommen, einen Blick auf den Luxus zu erhaschen. Die Schweizer Hotelkette hat das neue Haus erst im Dezember eröffnet, muss aber gleich für Monate schliessen.

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Eine Zwangspause von April bis Oktober ist angesagt, für das Mövenpick-Hotel und alle anderen Gästehäuser auf Boracay. Die philippische Regierung unter Rodgrigo Duterte hatte seit Längerem eine Tourismus-Sperre angedroht. Jetzt steht die Entscheidung fest. Die Insel wird ab dem 26. April für maximal sechs Monate geschlossen.

Umsatzausfall für Mövenpick

In dieser Zeit kann Mövenpick in Boracay keine Gäste aufnehmen und rechnet mit einem entsprechenden Umsatzausfall. «Der ganze Tourismus auf der Insel ist von dieser Entwicklung betroffen und das hat selbstverständlich für jedes Hotel wirtschaftliche Folgen», heisst es vom Hotel dort auf Nachfrage von handelszeitung.ch. April und Mai seien zum Beispiel Hochsaison für Gäste aus Südostasien, es kämen auch viele Besucher aus Europa und Nordamerika. Die drohende Schliessung belasteten das Geschäft dabei seit Monaten. Mövenpick-Sprecherin Tina Seiler sagt: «Die Gäste waren zurückhaltender.»

Als Grund für den Entschluss gibt die philippinische Regierung die zunehmende Umweltverschmutzung auf der Insel an, durch Touristen und Gästehäuser. Von 150 Hotels, so eine Untersuchung der Regierung, seien zum Beispiel nur 25 an die Kanalisation angeschlossen. Das soll sich jetzt ändern.

Alle Mövenpick-Angestellten behalten ihren Job

Falls die geforderten Verbesserungen schneller umgesetzt werden, können eventuell auch früher wieder Besucher auf die Insel, berichtet «Travel News». Gäste des Mövenpick-Resorts, die für den Zeitraum der Sperre ein Zimmer gebucht haben, können ihren Aufenthalt auf einen neuen Termin verschieben. Wer sich gegen diese Option entscheidet, kann seine Reise kostenlos stornieren, so die Auskunft des Hotels.

Alle Angestellten des Hotels behalten dabei ihren Job, versichert die Leitung. «Entweder bleiben sie vor Ort oder werden in ein anderes Hotel verlegt.» Von den Vorwürfen der Regierung sieht sich die Hotelkette mit Hauptsitz in Baar nicht betroffen. Die Vorgaben der lokalen Behörden habe man selbstverständlich eingehalten. «Wir engagieren uns für den Schutz der Umwelt und der lokalen Gemeinschaften, in denen wir unsere Hotels betreiben.»

Mövenpick-Rabatte für den Zeitraum der Sperre

Kurios ist, dass die Marketingabteilung von Mövenpick offenbar verspätet von der Sperre Notiz genommen hat. Im Newsletter des Unternehmens wurden am Freitagmittag satte Rabatte für den Urlaub in Boracay propagiert. Auch für den Zeitraum der Sperre konnten Newsletter-Abonnenten in den Stunden nach dem Versand noch Zimmer reservieren. Mittlerweile kann das Hotel nicht mehr gebucht werden.

Mövenpick-Rabatte
Rabatt-Offerte von Mövenpick: Marketingaktion verfehlt das Timing.
Quelle: Screenshot

Mövenpick will seine Präsenz in den Philippinen verstärken. Das Haus auf Boracay ist das zweite der Hotelkette in dem Inselstaat. «Ehrgeizige Pläne» für die Philippinen und Südostasien hatte Mövenpick-Chef Olivier Chavy im Dezember noch angekündigt. Er sagte: «Boracay ist eine der Stranddestinationen Asiens mit dem schnellsten Wachstum. Die Zeit ist richtig für Mövenpick, seine Präsenz dort auszubauen.»