Die EU-Kommission wird Insidern zufolge wohl die Übernahme der Alstom-Energiesparte durch General Electric (GE) für 12,4 Milliarden Euro genehmigen. «GE dürfte die Erlaubnis erhalten», sagte am Freitag eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Die EU-Kommission sorgt sich, dass durch die Übernahme mit GE und Siemens nur noch zwei grosse Konkurrenten auf dem europäischen Gasturbinen-Markt verbleiben und die Preise steigen könnten. Auch Siemens hatte sich um den französischen Rivalen bemüht, gegen GE aber den Kürzeren gezogen.

Schlechte Nachrichten für die Schweiz

Um die Wettbewerbshüter zufrieden zu stellen, hat der US-Industriekonzern offenbar weitere Zugeständnisse gemacht. Unter anderem sollen Teile von GE veräussert werden, die den Insidern zufolge an Ansaldo Energia in Italien gehen dürften.

Bei den veräusserten soll es sich um das Gasturbinengeschäft – Herzstück von Alstom Schweiz – handeln, wie die «Handelszeitung» publik gemacht hat. «Bis auf eine kleinere Maschine sind die Alstom-Turbinen für GE obsolet», sagte ein Insider zur «Handelszeitung».

600 Jobs in Gefahr

Für den Schweizer Standort verheisst der Deal zwischen Alstom/GE und Ansaldo hingegen wenig Gutes. «Ansaldo wird das Geschäft aller Voraussicht nach nach Genua verlagern», sagt ein Gewerkschafter. Dem Vernehmen nach sei mit einem Stellenabbau von bis zu 10 Prozent zu rechnen. «Es ist absehbar, dass es einen Jobabbau geben kann», sagt Pascal Pfister, zuständiger Unia-Gewerkschafter.

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Auf die Schweiz heruntergerechnet wären das bei einer Belegschaft von 6000 Mitarbeitern rund 600 Jobs, die betroffen wären. Ein Arbeitnehmervertreter rechnet mit einem Konsultationsprozess, möglicherweise noch in diesem Jahr. Die Unternehmen äussern sich nicht.

(ise, mit Material der Nachrichtenagentur Reuters)