Der Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz ist für Microsoft seit rund zwei Jahren einer von vier Softwareentwicklungsstandorten in Europa. Das Microsoft Developer Center for Collaboration Technologies in Zürich wurde auf dem Fundament des Zürcher Startup-Unternehmens media-streams.com aufgebaut. Das innovative Jungunternehmen hatte eine Technologie im Bereich Voice over IP entwickelt, mit der Sprachanwendungen über das Datennetz übertragen und genutzt werden können. 2005 wurde Microsoft auf die Firma aufmerksam und kaufte das junge Unternehmen.

Seither haben die Zürcher Microsoft-Entwickler massgebliche Komponenten des Microsoft Office Communications Server 2007 entwickelt. Mit der weltweiten Verfügbarkeit ihrer Plattform für Unified Communication bietet Microsoft eine Voice-over-IP-Lösung für Unternehmen, die herkömmliche Telefonzentralen neben der IP-Telefonie auch durch intelligente Funktionen ergänzt.

Präsenzfunktionen im Zentrum

Untersuchungen haben ergeben, dass bei 60% aller geschäftlichen Telefonanrufe die Anrufer ihre gesuchte Kontaktperson nicht auf Anhieb erreichen. Daran ändert auch die vermeintlich jederzeitige Verfügbarkeit via Mobiltelefon nichts. Bei vielen Arbeitstätigkeiten stören Anrufe und können nicht entgegengenommen werden. Um Kommunikation besser zu steuern und zu koordinieren, sind sogenannte Präsenzfunktionen ein zentraler Bestandteil von Unified Communication. Dabei wird auf dem PC automatisch angezeigt, ob eine Person gerade online oder abwesend ist, ob sie in einer Sitzung ist und wann diese endet. Entsprechend kann diejenige Kommunikationsform gewählt werden, die der jeweiligen Situation am besten angepasst ist.

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Auch für Konferenzen

Die ab Mitte Oktober verfügbare Plattform für Unified Communication integriert eine Reihe von Serverapplikationen, die den Anwendern eine Kontrolle ihrer Kontaktwege ebenso wie das Telefonieren über das am PC angeschlossene Soft-Phone möglich machen. Darüber hinaus stellt sie Funktionen bereit, mit denen sich ganze Web-Konferenzen mit mehreren Teilnehmern organisieren lassen. Aber sie eröffnet auch neuartige Interaktionsmöglichkeiten. Ein Beispiel: Arbeitet ein Mitarbeiter an einem bestimmten Dokument und möchte mit jemandem sprechen, der Änderungen an diesem Dokument vorgenommen hat, kann er den Namen dieser Person und ihre Präsenz sehen und mit dieser in jeder gewünschten Weise – via Instant Messaging, Telefongespräch oder Web-Konferenz – in Verbindung treten.

Kein «Rip &Replace» nötig

Für Unified Communication ist kein Entfernen und Ersetzen von Telefonanlagen und Videokonferenzsystemen nötig und auch kein Ersatz bereits genutzter Businessanwendungen oder Kommunikationsgeräte. Die oft hohen Investitionen in solche Infrastrukturen bleiben geschützt. Unsere Prognosen gehen davon aus, dass Unified Communication rasant wachsen wird: Innerhalb der nächsten drei Jahre werden über 100 Mio Menschen weltweit via PC telefonieren und die Möglichkeiten von Unified Communication selbstverständlich nutzen. Für Unternehmen ist dies eine grosse Chance.