Statt zu klagen über die schwierige Situation in den europäischen Nutzfahrzeugmärkten entschloss sich der Scania-Konzern, für rund 5000 seiner Mitarbeitenden statt Kurzarbeit Weiterbildungskurse und Job-Trainings anzubieten. Diese Weiterbildungskurse für die Mitarbeitenden in der Produktion erfolgen im Wechsel mit der täglichen Produktionsarbeit. Die Trainings umfassen den Bereich Produktionstechnik, aber auch Mathematik und Sprachen wie Englisch und Schwedisch. «Für Mitarbeiter bedeutet Personalentwicklung nicht nur die Verbesserung ihrer eigenen Qualifikation innerhalb des Unternehmens», erklärt Per Hallberg, Executive Vice President and Head of Production and Procurement von Scania CV AB. «Personalentwicklung bedeutet auch, sich im Arbeitsmarkt allgemein besser zu positionieren.»

Ausserdem nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Zeit, um sich mit kontinuierlichen Verbesserungen, Prozessoptimierung sowie mit gemeinsamen Prinzipien und Werten zu beschäftigen. Kontinuierliche Verbesserungen gemäss des Scania-Produktions-Systems (SPS) gehören zur grundlegenden Firmenphilosophie und werden von den Mitarbeitern tagtäglich gelebt und weiterentwickelt.

«Indem wir die Mitarbeiter trainieren, sich mit Verbesserungen auseinanderzusetzen, um diese dann als ‹Best practice› in ihre tägliche Arbeit zu übertragen, verbessern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, wenn das Auftragsvolumen wieder steigt. Mitarbeiter, die kontinuierlich professionelle Weiterentwicklung erleben, fühlen eine grössere Verantwortung für ihre Arbeit und zeigen mehr Engagement. Dies trägt dazu bei, unsere Produktivität und Effizienz nach vorne zu bringen. Für den künftigen Erfolg von Scania ist dies äusserst wichtig,» betont Hallberg.

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Schulung in allen Werken

Das Scania-Fortbildungsprogramm hat im vergangenen Februar für die Produktionsmitarbeitenden in den Werken Södertälje, Lulea und Oskarshamn begonnen und wird während des Frühjahrs fortgesetzt. Anschliessend plant das Unternehmen, die Fortbildungen auf die Scania-Werke in den Niederlanden, in Frankreich und in Südamerika auszudehnen.

Ein Programm, das im Übrigen erhebliche finanzielle Mittel erfordert. Zum einen, weil die Zahl der Ausbildungsstunden massiv ansteigt, zum anderen, weil die Mitarbeitenden mehr Zeit für die Weiterbildung als für die Produktion von Lastwagen aufwenden - und dies bei vollem Lohn, der derzeit umgerechnet rund 3200 Fr. beträgt.