Chinesische Staatskonzerne drängen nach Europa. Kürzlich wurde der Basler Agrochemiekonzern Syngenta von Chem China übernommen. Nun macht die Zeitung «Schweiz am Sonntag» publik: Auch am Thurgauer Bahnbauer Stadler Rail waren die Chinesen interessiert.

«Sie haben bei uns angeklopft», sagt Eigentümer Peter Spuhler im Interview mit der «Schweiz am Sonntag». «Es gibt in Europa nur noch etwa zehn Unternehmen im Schienenfahrzeugbau. Wenn die Chinesen die europäischen Märkte knacken wollen, brauchen sie eine Basis hier, um die nationalen Zulassungsprozesse zu beherrschen.»

Sorge um die Industrie

Er ist aber nicht schwach geworden: «Ich verkaufe doch nicht mein Unternehmen. Ich bin zu sehr Schweizer», sagt Spuhler, der bis Ende 2012 für die SVP im Nationalrat sass. Damals trat er zurück, weil das Unternehmen wenig Aufträge hatte und der Franken erstarkte. Heute stehe Stadler Rail besser da, sagt Spuhler, der in der Schweiz 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Er sorgt sich aber um die Zukunft der Schweizer Industrie wegen des starken Frankens: «Man nimmt eine tiefere Marge in Kauf. Aber wenn eine Firma kein Geld mehr verdient, kann sie nicht mehr in Forschung und Entwicklung und neue Maschinen investieren – irgendwann gehen dann die Lichter aus.»

(cfr)