Die Berner Oberländer Destination Interlaken ergänzt das historisch bedeutsame Tagungszentrum mit einem futuristisch anmutenden neuen Kongressgebäude. Am 1. Mai 2010 wird das architektonisch sehenswerte Bauwerk mit der perforierten Metallhülle und den grosszügigen Fensterfronten erstmals Tagungsgäste beherbergen.

Verdopplung der Kapazitäten

Für Ole Hartjen, General Manager im Casino Kursaal Interlaken, ist dies ein «wichtiger Schritt in die Zukunft». Mit dem Neubau lassen sich die Kapazitäten verdoppeln. Der renommierte Kurort will sich mit dem Aufbruch in die Moderne speziell im Ausland noch besser profilieren. Zum Jahresbeginn ist die zuvor eigenständige Interlaken Congress & Events unter das Dach von Casino Kursaal Interlaken gekommen. Rund 60 Mitarbeiter sind nun für die Vermarktung und den Betrieb des erweiterten Tagungszentrums zuständig. «Wir können alles aus einer Hand anbieten», sagt Gastgeber Hartjen.

Die landschaftlichen Trümpfe konnte der Touristenmagnet zwischen Thuner- und Brienzersee schon immer auf den Tisch legen. Jetzt werden nach dem Flop mit dem Mystery Park (heute Jungfrau Park) global wieder positive Schlagzeilen aus dem Berner Oberland verbreitet. Nicht umsonst haben britische Berggänger die Region um Eiger, Mönch und Jungfrau schon früh zur vielbeachteten Destination gemacht. England ist auch heute der gewichtigste Zielmarkt - zusammen mit Deutschland.

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Die hochwertige Infrastruktur, gepaart mit der bekannten Alpenkulisse, kommt bei den Professional Congress Organizers (PCO) an. In den Spitzenmonaten ist die Nachfrage manchmal derart gross, dass gar nicht genügend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Dank der Erweiterung kann Interlaken nun auch Kongresse mit bis zu 3000 Personen durchführen, die bei einer ähnlich grossen Kapazität an Hotelzimmern im Umkreis von weniger als zehn Gehminuten problemlos Platz finden.

Im Inland hat sich das Kongresszentrum am Ufer der Aare gut positioniert. Neun von zehn Gästen stammen aus allen Landesteilen zwischen Genfer- und Bodensee. «Interlaken ist für Firmen und Institutionen interessant, die ausserhalb des Stadtgeschehens tagen wollen», erklärt Marketingleiterin Sandra Schönmann. Mit dem Neubau erhofft sich die Verkaufsabteilung einen zusätzlichen Impuls, wenn es um die Akquisition von Gala-Veranstaltungen, Award-Verleihungen oder Kunden-Präsentationen geht. Erstmals findet das Swiss Economic Forum am 3. und 4. Juni 2010 ganz in Interlaken statt. Das soll eine Strahlkraft auch für andere Mega-Events haben.

Zwar ist der Kurort traditionell im Gruppengeschäft stark, nicht zuletzt als Ausgangspunkt für hochalpine Ausflüge zum Jungfraujoch und Schilthorn. Doch neben diesem Tourismus hat sich auch das Geschäft mit Kongressen und Tagungen etabliert. Rund 11% der Übernachtungen entfallen auf dieses Segment, mit dem sich in der Hotellerie und beim Shopping deutlich höhere Erträge generieren lassen. Ole Hartjen geht davon aus, dass sich dieser Anteil mit dem erweiterten Kongresszentrum auf gegen 20% steigern lässt.

Mit der mehr als 150-jährigen Geschichte, die sich hinter dem Casino Kurssaal verbirgt, hat es Interlaken als einzige Destination der Schweiz ins Netzwerk der Historic Conference Centres of Europe (HCCE) geschafft. Zum Verbund mit gut zwei Dutzend Partnern gehören etwa der Kongress Palast in St. Petersburg oder die renommierte Central Hall Westminster in London.

Catering für externe Anlässe

Die Jugendstilarchitektur des Casino Kursaal Interlaken lockt Veranstalter mit einem historischen Flair aus ganz Europa und Übersee. Nun setzt das neue Kongresshaus einen zusätzlichen baulichen Akzent, der Modernisten mit einem Sinn für neuzeitliche Architektur anzieht. Der Kundenpflege wird im Berner Oberland besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So gibt es bei HCCE einen Kunden-Club mit Repräsentanten, die periodisch zu Promotionsveranstaltungen eingeladen werden. Unter dem Aspekt des Neugeschäfts werden auf internationaler Ebene die wichtigen Kongressmessen in Barcelona und Frankfurt besucht, während im Inland Telemarketing zur Bearbeitung von kleinen und mittleren Unternehmen an Bedeutung gewinnt.

Darüber hinaus haben Gala-Dinners in den prunkvollen Räumlichkeiten des Kursaals eine lange Vergangenheit. Entsprechend bedeutungsvoll ist eine hochwertige Küche, die dem Niveau eines Vier- oder Fünfsternhotels entspricht. Zahlreiche Kongresshäuser haben das Catering ausgelagert. In Interlaken wird die gegenteilige Strategie verfolgt. Ole Hartjen will die eigene Küche und das vorhandene Equipment nicht nur für die eigenen Säle nutzen, sondern dies alles auch als externes Catering für andere Veranstaltungen in der Region anbieten. Sinnbildlich macht er zu diesem Zukunftsprojekt den Vergleich: «Ein rollender Stein setzt kein Moos an.»