Seit dem Jahr 2004 eilt der schweizerische Aussenhandel von Rekord zu Rekord. Mit zweistelligen nominalen Wachstumsraten beim Ex- und auch beim Import erreichte der Warenverkehr 2006 ein neues Allzeithoch. Die Exporte steigerten sich um 12,9% auf 177 Mrd Fr., die Importe erhöhten sich wertmässig um 11,0% auf 165 Mrd Fr. Alle Exportbranchen konnten von der guten, geografisch breit gestreuten Nachfrage profitieren.

Das Exporthoch hält weiter an

Im 1. Halbjahr 2007 sind die Schweizer Exporte so stark gewachsen wie seit sieben Jahren nicht mehr. Die Ausfuhren nahmen im Vorjahresvergleich nominal um 12,4% zu. Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Metallindustrie lagen als Spitzenreiter vorne. Die Uhren-, die Kunststoff-, die Maschinen- und Elektro- sowie die chemische Industrie verbuchten ebenfalls hohe Wachstumsraten. Die Ausfuhren in die EU stiegen um 13%. Dagegen nahmen die Exporte in die USA, nach Kanada und Japan lediglich um je rund 5% zu.
Das Wachstum der Importe machte nominal 11,1 und real 8,4% aus. Die Handelsbilanz liegt um ein Drittel über dem Wert der Vorjahresperiode und vermeldete nach sechs Monaten einen Überschuss von 6,7 Mrd Fr. Die Globalisierung der Märkte bietet vielfältige Möglichkeiten und Potenziale. Insbesondere durch das Internet und die damit entstandenen Chancen, Geschäftskontakte beinahe automatisch zu organisieren, ist Globalisierung heute eine Option, die vielen Unternehmen offen steht und die nicht an eine Unternehmensgrösse gebunden ist. Für zahlreiche mittelständische Unternehmen wird es in naher Zukunft unumgänglich sein, neue Absatzmärkte weltweit zu erschliessen, um mögliche Einbussen auf angestammten Märkten auszugleichen. Mit dem Auslandgeschäft werden nicht nur Güter in andere Länder transportiert, sondern man betritt auch einen anderen Rechtsraum.
Wer beim Aufbau von Auslandmärkten also vor unliebsamen Überraschungen sicher sein will, sollte bereits im Vorfeld alle Vereinbarungen «wasserdicht» machen. Im Ausland gelten zum Teil Regeln, die deutlich vom schweizerischen Rechtssystem abweichen. Im Streitfall entscheidet ein Richter in dem Land, in dem Klage erhoben wird, nach welchem Recht und in welchem Land verhandelt wird. Deshalb gilt: Mit einem ausländischen Partner muss auch über die rechtlichen Rahmenbedingungen verhandelt werden.

Markt ohne Grenzen

Darüber hinaus ist die Beschaffung verlässlicher, aktueller und vor allem individuell recherchierter Wirtschaftsinformationen über einzelne Firmen, z.B. über potenzielle Auslandkunden, zur Risikobegrenzung empfehlenswert. Es lohnt sich – nicht nur beim Neukundengeschäft im Ausland –, das Kreditrisiko zu überprüfen. Um bei Anzeichen sinkender Bonität rechtzeitig intervenieren zu können, ist auch eine regelmässige Überprüfung der Bestandeskunden absolute Pflicht.

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Claudia Moerker, Geschäftsführerin swiss export, Schweizer Exportverband, Zürich.