Der Markt für im Internet verkaufte Medikamente kommt in Bewegung. Die Zur-Rose-Rivalin Shop Apotheke Europe aus den Niederlanden übernimmt die Versandapotheke Europa Apotheek. Dafür kauft dafür sie die Muttergesellschaft EHS Europe Health Services. Mit der Übernahme wollen die Niederländer ihre Marktführerschaft im europäischen Online-Versand von Medikamenten ausbauen und Kosten sparen.

Die Aktionäre der Europe Apotheek sollen pro Anteil 2,724 neue Aktien an der Shop Apotheke erhalten, wie das Unternehmen am Montag im niederländischen Venlo mitteilte. Der Kaufpreis betrage gemessen am Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate rund 126 Millionen Euro. Der Zukauf soll spätestens im November über die Bühne gehen. Die Generalversammlung muss der Transaktion noch zustimmen.

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Zur-Rose-Aktienkurs fällt

Die börsennotierte Shop Apotheke gehört zu den Marktführern bei rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten, während Europa Apotheek auf verschreibungspflichtige Mittel spezialisiert ist.

Die Übernahme brachte am Montagmorgen die Aktien der Schweizer Konkurrentin Zur Rose unter Druck. Deren Aktienkurs tauchte um 2,5 Prozent. Die Shop Apotheke ist hinter der Zur-Rose-Tochter Doc Morris die Nummer zwei im deutschen Markt. Während die Niederländer bislang hauptsächlich auf den Handel mit rezeptfreien Medikamenten (OTC) spezialisiert waren, wird mit der Akquisition nun auch die Position im Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten (RX) ausgebaut.

Grosse Ambitionen

In beiden Bereichen hegt Doc Morris grosse Wachstumsambitionen. So will das Unternehmen bis 2021 in Deutschland prozentual «im mittleren bis oberen Zehnerbereich» wachsen, wie Unternehmenschef Walter Oberhänsli anlässlich der Publikation der Halbjahreszahlen im August verlauten liess.

Gemessen am Umsatz bleibt Zur Rose auch nach dem Zusammenschluss der grösste Player im europäischen Markt. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2016 weist Shop Apotheke in der heutigen Mitteilung für beide Unternehmen zusammen einen pro forma Umsatz von 318 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Die Zur-Rose-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 531 Millionen Franken, wovon 361 Millionen Franken auf das deutsche Tochterunternehmen Doc Morris entfielen.

(sda/ise/mbü)