Das Wetter und die Währungssituation haben Intersport Schweiz in der Wintersaison in die roten Zahlen gerissen. In dem per 31. März abgeschlossenen ersten Geschäftshalbjahr 2011/12 resultierte ein Fehlbetrag von 0,6 Millionen Franken, nach einem Gewinn von 1,2 Millionen in der Vorjahresperiode. Dazu musste Intersport einen Umsatzrückgang um 16,1 Prozent auf 143,6 Millionen Franken hinnehmen.

Den markant tiefer ausgefallene Umsatz und den Verlust begründete Intersport-Chef Urs Müller einerseits mit den Wetterbedingungen in diesem Winter, vor allem aber mit dem vom starken Franken geprägten Wettbewerbsumfeld. So habe der Schneemangel zu Beginn der Saison zu einem schwachen Geschäftsverlauf geführt.

Die tieferen Preise, die Zurückhaltung der Fachgeschäfte bei Bestellungen, die schlechte Konsumentenstimmung und die ausgebliebenen Gäste in den Schweizer Wintersportorten hätten dann noch das ihre zum Umsatzrückgang und zu den roten Zahlen beigetragen. Zu einem Umsatzminus geführt habe schliesslich auch eine Straffung des Händlernetzes.

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«Sportartikelhändler, für welche wir mittel- und langfristig keine Chance mehr sehen, müssen unser Netz verlassen», sagte Müller. Das Netz von Intersport-Fachgeschäften werde so zwar kleiner, dafür aber gesünder. Gleichzeitig wurde die länderübergreifende Buchungsplattform für Mietskis und -snowboards verbessert und auch die mit dem Spezialistenimage der einzelnen Intersport-Händler spielende Marketingkampagne ausgebaut.

Schliesslich hat Intersport Schweiz in Hägendorf SO einen vierten Outlet-Laden eröffnet, in welchem Restmengen und Überbestände der rund 250 Intersport-Franchisepartner in der Schweiz veräussert werden.

Vertrauen der Konsumenten steigt wieder

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres, das Intersport Ende September abschliesst, gibt sich das Unternehmen eher pessimistisch. Der Umsatz im zweiten Semester werde sich auf rund 75 Millionen Franken belaufen, teilte Intersport mit. In der letzten Sommersaison hatte das Unternehmen noch deutlich über über 100 Millionen Franken umgesetzt. Zudem wird mit roten Zahlen gerechnet.

Allerdings sieht Unternehmenschef Urs Müller auch einen Silberstreif am Horizont. Zwar spricht er davon, dass 2012 und wahrscheinlich auch 2013 schwierig würden, jedoch glaubt er auch, dass das Grundvertrauen der Konsumenten wieder zurückkehre. Dieses sei insbesondere vergangenen Sommer, als der Franken kurzzeitig fast nur noch einen Euro wert war, stark zurückgegangen.

Ob der rückläufige Umsatz und der Verlust zu speziellen Sparmassnahmen oder Restrukturierungen bei Intersport Schweiz führen, sagte Unternehmenschef Müller auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda nicht.

(rcv/tno/sda/awp)