Die Herbsttagung der Schweizerischen Gesellschaft für Organisation und Management (SGO) hat dermassen viele Interessierte angelockt, dass die Veranstalter noch zusätzliche Stuhlreihen organisieren mussten. SGO-Präsident Markus Sulzberger konnte mit den Referenten Asse aufs Podest zaubern.

Dem Schweizer Hans A. Wüthrich, Professor an der Universität der Bundeswehr in München und Managementberater in Zürich, gelingt es mit seinem «Musterbruch»-Modell, Gedankenkrusten aufzubrechen und Bekanntes frisch vorzudenken. «Führen durch Führungsverzicht» lautet ein Motto von Wüthrich. Die Mündigkeit der Mitarbeitenden sei grösser, als man glaube. Wenn dann die Leadership darin bestehe, sich überflüssig zu machen, sei man auf einem guten Weg.

Ingrid Deltenre zeigte danach, wie flexibel eine Fernsehdirektorin von SF agieren muss, um die Herausforderungen zu meistern. Dazu gehöre auch der Mut, Risiken einzugehen und auch mal einen Flop zu landen. Sonst gebe es keine Innovationen. «Die Tatsache, dass ich Fernsehdirektorin bin, heisst noch lange nicht, dass ich auch Recht habe», versichert sie. In einer Entscheidungssituation habe man immer Zeit, sich mit den Fakten auseinanderzusetzen und auf seinen Bauch zu hören.

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Ulrich Zwygart, der seit vier Monaten bei der Deutschen Bank in London als Head Learning & Development fungiert und dem man seine 20-jährige Militärkarriere in der Schweizer Armee, die ihn bis zum Divisionär gebracht hat, auf dem Podium nicht anmerkte, versuchte anschliessend, das Basiswissen der Führung ins Gedächtnis zu rufen. «Führung muss authentisch sein,» so Zwygart. Dann könne man auch ab und an einen Bock schiessen.

«Ein Trainer muss intuitiv handeln», so der Fussball-Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld. Mit Charme und verhaltenem Witz gelang es ihm, die vielen Rollen, denen ein Trainer gerecht werden muss, zu beleuchten. Zwei Erkenntnisse aus einem langen Trainerleben: «Bei Problemen sofort handeln» und «Am Tiefpunkt zeigt es sich, wer Charakter hat und Verantwortung übernehmen kann.»