Für die Modernisierung von Gebäuden lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen: Wer nach Minergie modernisiert, hat in 20 Jahren noch ein modernes Haus, spart bis zur Hälfte Energie und profitiert von mehr Komfort.

Wer in der Schweiz nach einem renovationsbedürftigen Gebäude sucht, muss in der Regel nicht weit gehen: Drei von vier Schweizerinnen und Schweizern wohnen in einem Gebäude, das vor 1975 erstellt wurde. Kommt ein Haus in die Jahre, gibt es immer etwas zu tun.

Leider beschränken sich die Modernisierungsbemühungen von Hausbesitzern oft auf die sogenannten Pinselrenovationen: Neuste Küchengeräte werden eingebaut, die Fassade erhält einen frischen Anstrich – und schon sieht ein Haus aus wie neu.

Der Ersatz der Fenster wird oft als Komfortgewinn angepriesen, kann aber für ein Gebäude fatale Folgen haben: Die erhöhte Dichtigkeit führt oft zu massiven Feuchteschäden infolge des mangelnden Luftaustausches.

Dieser Umstand wird durch die veränderten Wohngewohnheiten begünstigt: Heutzutage stehen viele Wohnungen tagsüber leer, weil die Bewohner auswärts arbeiten. Entsprechend zu kurz kommt das regelmässige Lüften – und weder Feuchtigkeit noch Gerüche können entweichen.

Chancen erkennen und nutzen

Oft wird aus Kostengründen nur ein Minimum an Renovationsarbeiten ausgeführt. Viele private Liegenschaftsbesitzer nutzen die Mieterträge ihrer Liegenschaften als Altersvorsorge und investieren, lediglich in funktionserhaltende Reparaturen oder werterhaltende Unterhaltsmassnahmen.

Damit verpassen sie die Chance, rechtzeitig Erneuerungen vorzunehmen, die den Handelswert der Liegenschaft erhalten oder steigern. Erkannt wird diese Chance immer häufiger von institutionellen Gebäudeeigentümern wie Immobilienfonds, Versicherungen und Pensionskassen: Viele haben die Verwaltung ihrer Liegenschaften in den letzten zehn Jahren professionalisiert. «Facility Management» lautet das Schlagwort, und dazu gehört immer häufiger auch eine langfristig orientierte Erneuerungsplanung. Sie stellt die nachhaltige Werterhaltung und die gute Vermietbarkeit auf lange Dauer sicher.

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Es geht um die Substanz

Bei der Modernisierung nach dem Baustandard Minergie geht es nicht nur ums Äussere, sondern um die Substanz: Eine gute Gebäudehülle mit hoher Dichtigkeit ist ein Muss für den Standard, ebenso wie ein effizientes Heizsystem und eine Komfortlüftung. Letztere sorgt für den kontinuierlichen Luftaustausch, der somit auch bei Abwesenheit der Bewohner gewährleistet ist. Das Bewusstsein um Komfort und Gesundheit in der Wohnung wird immer mehr zum Thema: Bewohner fragen vermehrt nach dem Einsatz ökologischer Materialien und nach einer Komfortlüftung. Durch sinnvolle und umsichtig geplante Gebäudeerneuerung, mit geeigneten Massnahmen umgesetzt, lässt sich der Energieverbrauch modernisierungsbedürftiger Gebäude um bis zur Hälfte senken.

Modernisieren kostet Geld – doch lassen sich die Investitionen dank der Bauerneuerung in Schritten von langer Hand planen und auf mehrere Jahre verteilen. So können auch Hausbesitzer mit kleinerem Budget «Nägel mit Köpfen» machen.