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«Investitionen sind stark gestiegen»

Carsten Schloter: Der Swisscom-Chef glaubt an weitere Wachstumschancen. (Bild: Keystone)

Carsten Schloter erklärt im Interview, warum der Telekommunikationsriese vom Bevölkerungswachstum profitieren wird und wieviel Geld in den Mobil- und Festnetzbereich investiert wurde.

Veröffentlicht am 07.06.2013

Die Zukunft birgt für die Telekombranche gute Wachstumschancen. Die Swisscom werde vor allem vom Bevölkerungswachstum und der regen Nutzung von Internetdiensten profitieren, erklärte Konzernchef Carsten Schloter am Swiss Economic Forum (SEF) im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur AWP. Dafür ist der Konzern bereit, grosse Summen zu investieren.

AWP: Herr Schloter, immer mehr Menschen in der Schweiz besitzen ein Smartphone oder Tablet-Gerät. Welche Chancen bieten sich der Swisscom aus diesem Trend?
Carsten Schloter:
Unsere Aufgabe ist es zunächst einmal, das Geschäftsmodell stärker auf den Netzzugang zu fokussieren. Denn unser bisheriges, auf traditionelle Dienste wie Telefonieren und SMS ausgerichtete Modell, ist nicht mehr nachhaltig. Heute kann jeder über IP-basierte Anwendungen diese Dienstleistungen erbringen, ohne in die Netze investieren zu müssen. Wenn wir diese Transformation umgesetzt haben, werden wir im Schweizer Kerngeschäft wieder wachsen. 

Was für Faktoren treiben das Wachstum an?
Davon gibt es einige: Die Bevölkerung in der Schweiz wächst, die Anzahl Haushalte wächst, die Anzahl Geräte pro Einwohner wächst und insbesondere die Bedeutung des
Surfens im tagtäglichen Leben nimmt zu. Wir werden somit in fünf Jahren viel mehr Leistung und Sicherheit im Mobilfunknetz brauchen als heute. 

Sie investieren in der Schweiz grosse Summen sowohl in den Mobil- als auch in den Festnetzbereich. Wie weit fortgeschritten sind die Arbeiten?
Die Investitionen sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. In den Jahren 2001 bis 2005 haben wir rund 1,1 Milliarden Franken pro Jahr investiert, jetzt sind es 1,75
Milliarden. Das ist aus volkswirtschaftlicher Sicht sehr bedeutend für die Schweiz, denn dahinter stecken rund 5000 Arbeitsplätze. Der Ausbau des Mobilfunknetzes mit LTE ist im vollen Gange und wir werden die 70-Prozent-Abdeckung bis Ende Jahr sicher erreichen. Im Festnetzbereich entsteht alle zwei Minuten ein neuer Glasfaseranschluss.

Welche Rolle spielt der Service Public in den Überlegungen der Swisscom?
Die Swisscom muss im Telekommarkt eine Verantwortung für die ganze Schweiz wahrnehmen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2020 über 80 Prozent der Haushalte in der Schweiz mit über 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zu bedienen. In den Randgebieten werden wir wahrscheinlich stark auf den Mobilfunk setzen. Die hochleistungsfähigen Internet-Dienste werden eine immer grössere Rolle spielen, etwa in der Ausbildung oder der Medizin. Deswegen ist die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen implizit ein Grundversorgungsthema.

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