Eine Welle von Firmenfusionen und -übernahmen hat den Investmentbanken in diesem Jahr so viele Gebühren wie seit 2007 nicht mehr eingebracht. Bis zum 17. Dezember beliefen sie sich insgesamt auf 83,9 Milliarden Dollar, wie aus Daten von Thomson Reuters hervorgeht. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg um sieben Prozent. Im Jahr 2007 lagen die Gebühren für das Investmentbanking bei 101,8 Milliarden Dollar.

Das günstige Zinsumfeld treibt nicht für viele Firmen an die Börse, sondern macht die Beschaffung von Kapital zur Finanzierung von Übernahmen relativ günstig. In diesem Jahr wurden etliche Fusionspläne mit einem Milliardenvolumen bekannt, etwa in den Bereichen Telekom, Pharma und Konsumgüter. So will die britische BT den Mobilfunkbetreiber EE kaufen, an dem die Deutsche Telekom beteiligt ist. Siemens will indes den US-Turbinenspezialisten Dresser-Rand übernehmen.

JP Morgan an der Spitze

Bei solchen Vorhaben werden die Konzerne von Investmentbankern beraten. Auch zahlreiche Börsengänge bescherten den Instituten mehr Gebühren. So konnte der chinesische Onlinehändler Alibaba die Rekordsumme von 25 Milliarden Dollar bei Investoren auftreiben. Daran verdiente auch die Schweizer Credit Suisse kräftig mit.

Spitzenreiter bei den Gebühren war aber erneut JPMorgan mit 5,8 Milliarden Dollar, gefolgt von Goldman Sachs, Bank of America Merrill Lynch, Morgan Stanley und Citi.

Ausblick auf 2015

Im kommenden Jahr dürfte der M&A- und IPO-Boom anhalten. Das Zinsumfeld bleibt vorerst tief. Dies erhöht den Druck auf die Investoren, ihre Mittel in risikoreichere Anlagen zu stecken, um Renditen zu erzielen. Ein solches Umfeld spielt wiederum den Unternehmen zu, die sich am Markt frisches Kapital beschaffen wollen.

(reuters/ise/se)

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