Die britische Grossbank Barclays leidet unter ihrem schwachen Investmentbanking. Der Vorsteuergewinn der wichtigsten Konzernsparte halbierte sich im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum vor allem wegen eines enttäuschenden Geschäfts mit Anleihen auf 668 Millionen Pfund, wie die Bank am Dienstag in London mitteilte.

Das konnten Zuwächse in anderen Bereichen des Instituts nicht auffangen. So sackte der um Bewertungseffekte bei den eigenen Verbindlichkeiten bereinigte Vorsteuergewinn um 5 Prozent auf 1,69 Milliarden Pfund ab und verfehlte die Erwartungen von Analysten.

Gewinnplus nur durch Buchhaltungseffekte

Dass unter dem Strich ein Gewinnzuwachs von 15 Prozent auf 965 Millionen Pfund stand, verdankt Barclays reinen Buchhaltungseffekten. Die Bewertung der eigenen Verbindlichkeiten hatte vor einem Jahr das Ergebnis noch belastet, diesmal verbuchte die Bank daraus einen Gewinn.

An diesem Donnerstag will Vorstandschef Antony Jenkins seine künftige Strategie bei Barclays vorlegen. Beobachter erwarten vor allem im Investmentbanking Einschnitte. Zuletzt hatten bereits einige wichtige Mitarbeiter der Sparte auch wegen der Diskussion über Boni die Bank verlassen.

(awp/me/sim)