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Investor Benko übernimmt Karstadt

Karstadt: Die angeschlagene Warenhauskette erhält einen neuen Besitzer.   Keystone

2010 wurde Nicolas Berggruen noch als Retter gefeiert, doch die Stimmung schlug um. Nun übernimmt der Österreicher René Benko sämtliche Teile des angeschlagenen Konzerns – auch Luxus und Sport.

Veröffentlicht am 15.08.2014

Der Traditionskonzern Karstadt bekommt einen neuen Eigner: Der österreichische Investor René Benko übernimmt mit seiner Signa Holding die angeschlagene Warenhauskette Karstadt komplett. Grundlage sei eine «neu ausgehandelte Vereinbarung, die (…) die Übernahme von 100 Prozent der Anteile an der Karstadt Warenhaus GmbH vorsieht», teilte Signa am Freitag in Wien mit

Zusätzlich ziehe sich der bisherige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen auch aus der Karstadt Premium Group, die die Luxus-Häuser des Konzerns wie das KaDeWe in Berlin umfasst, vollständig zurück. Auch die Tochter Karstadt Sports geht nun vollständig an Signa.

Zustimmung der Behörden noch ausstehend

«Es fliesst kein weiterer Kaufpreis an die Berggruen Holdings», unterstrich der Benko-Konzern. Signa wolle sich nun auf die «Sanierung und die Zukunftsfähigkeit der Karstadt Warenhaus GmbH konzentrieren», kündigte Wolfram Keil, Geschäftsführer der Signa Retail GmbH, an. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Der bisherige Eigner Nicolas Berggruen wirft damit nach von Verlusten und Umsatzrückgängen geprägten Jahren das Handtuch. Berggruen, Sohn des verstorbenen Mäzens und Kunstsammlers Heinz Berggruen, hatte Karstadt 2010 für den symbolischen Preis von einem Euro aus der Insolvenz übernommen. Damals war er auch von den Arbeitnehmern als Retter gefeiert worden.

Retter in der Kritik

Die Stimmung ist aber umgeschlagen, denn auch Berggruen schaffte es nicht, Karstadt auf Kurs zu bringen. Arbeitnehmervertreter hatten ihm immer wieder vorgeworfen, nicht in das Warenhausgeschäft zu investieren. Sie fordern ein tragfähiges Zukunftskonzept für Karstadt.

Mit dem Übernahme durch Benko leben auch Spekulationen um eine Zusammenführung mit der Metro-Tochter Kaufhof wieder auf. Benko hatte sich in der Vergangenheit erfolglos auch um eine Übernahme dieser Warenhauskette bemüht.

(reuters/vst/ama)

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