TECAN. Längere Zeit war es im Konflikt zwischen dem Laborausrüster Tecan und dessen grössten Investorin, der Beteiligungsgesellschaft BB Medtech, ruhig geblieben. Doch jetzt scheint sich die Kluft zwischen den beiden Parteien wieder zu öffnen. Kurz vor dem Investorentag vom 22. November 2007 wird Tecan von BB-Medtech-Präsident Ernst Thomke erneut kritisiert. «Im Moment wissen wir über das Unternehmen leider sehr wenig. Durch die Umstellung vom vier-teljährlichen auf den halbjährlichen Berichterstattungsmodus ist Tecan intransparenter geworden», sagt er. Tecan-Chef Thomas Bachmann hatte den halbjährlichen Berichterstattungsrhythmus Anfang des laufenden Jahres eingeführt. Er sei angesichts der Grösse des Unternehmens besser geeignet als die quartalsweise Information der Anleger. Tecan erzielte 2006 mit 1050 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 406 Mio Fr. Bachmann sagte erst kürzlich gegenüber der «Handelszeitung», dass er bisher keine Beschwerden erhalten habe.

Teilnahme am Investorentag

BB Medtech will mit zwei Vertretern am Investorentag (Besuch beim Pharmaunternehmen Boeringer Ingelheim, das Kunde des Laboraursrüsters ist) präsent sein, um neue Informationen über Tecan zu erhalten. Thomke erhofft sich vor allem ein Update zur Implementierung der vor einem Jahr verabschiedeten Strategie. Denn genau diese hatte von Dezember 2006 bis April 2007 zu heftigem Streit zwischen Tecan und der Beteiligungsgesellschaft geführt, die mit ungefähr 12,5% grösste Investorin des Unternehmens ist. BB Medtech bemängelte dabei vor allem, dass Tecan-Präsident Mike Baronian nicht über genügend fachliche Qualifikationen verfüge, um die Firma wieder auf Vordermann zu bringen. Unter Medtech-Analysten ist Baronian umstritten, doch er versteht sich gut mit CEO Bachmann. Das Duo arbeitet daran, gewisse Geschäftsbereiche zu verbessern und die Innovationskraft von Tecan zu verstärken. Bis in zehn Jahren wollen sie damit die Umsatzgrenze von 1 Mrd Fr. knacken.

Klärung bis im April 2008

An der Generalversammlung im vergangenen April scheiterte die Beteiligungsgesellschaft mit ihrem Traktandum, Baronian abzuwählen. Der Konflikt, ob BB Medtech dabei unerlaubte Absprachen mit anderen Investoren einging, um die Stimmrechtsbeschränkung von 5% zu umgehen, hält bis heute an. «Wir hoffen, dies vor der GV 2008 endgültig geklärt zu haben», sagt Thomke. Tecan bestreitet, BB Medtech die Stimmrechte gekürzt zu haben.BB Medtech will vorerst am Investment in das Zürcher Unternehmen festhalten. «Wir erwarten aber, dass sich der Aktienkurs durch operative Fortschritte und das laufende Aktienrückkaufprogramm weiter erholen wird», sagt Thomke. Gleichzeitig hält er aber fest: «Wir wollen die Mehrheit an Tecan nicht übernehmen.»Tecan will bis Anfang 2009 über 6% der eigenen Aktien zurückkaufen und damit einen Anteil von total 10% an der Firma erlangen.

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