660 Millionen Euro nimmt Minimax am Kapitalmarkt auf. Vom Kredit fliessen aber 210 Millionen Euro direkt an IK Investment Partners , wie zwei mit den Transaktionen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. IK (früher Industri Kapital) hatte im Herbst eigentlich einen Käufer für den weltweit drittgrössten Brandschutz-Anbieter gesucht. Nun wird stattdessen umgeschuldet, die neuen Kredite laufen bis 2020.

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«Damit dürfte es noch ein bis drei Jahre dauern, bis IK einen neuen Anlauf zum Verkauf nimmt», sagte einer der Insider. IK wollte sich dazu zunächst nicht äussern. Minimax stand bei den Banken zuletzt nur noch mit 380 Millionen Euro in der Kreide, was dem 2,8-fachen des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) entspricht - das ist wenig für ein Unternehmen in Hand von Finanzinvestoren. Nun wird die Verschuldung auf das 4,8-fache erhöht - ohne bisher nicht genutzte Kreditlimiten.

Als Bar-Reserve

Dabei sind die neuen erstrangigen Kredite nach Angaben von Bankern sogar teurer als die alte Finanzierung mit nachrangigen Verbindlichkeiten. Zugleich wandelt IK einen Teil seines Gesellschafterdarlehens - 144 Millionen Euro - in Eigenkapital um. Gut 60 Millionen Euro bleiben Minimax als Bar-Reserve. Begleitet wird die Refinanzierung von der Deutschen Bank, der Commerzbank und Unicredit.

Das Unternehmen setzt mit 6500 Mitarbeitern 1,1 Milliarden Euro im Jahr um. Die Schweden waren vor sechs Jahren für eine ungenannte Summe bei Minimax eingestiegen, die bis 2001 noch zur Preussag (heute Tui) gehört hatte. Beim Einstieg von IK setzte das Unternehmen noch weniger als 500 Millionen Euro um. Mit dem Kauf des US-Rivalen Viking baute IK das Geschäft deutlich aus. Heute ist Minimax auch Marktführer in den USA und in China.

Zu starke Konzentration

Die Ratingagentur Moody's kritisiert in einer Studie anlässlich der Refinanzierung aber die starke Konzentration auf Deutschland und die USA, wo Minimax jeweils mehr als ein Drittel seines Umsatzes mache. Andererseits profitiere Minimax von den hohen Barrieren, die ein Eindringen von Konkurrenten in den regulierten Brandschutz-Markt verhinderten. Daher sei künftig weiterhin mit einer operativen Umsatzrendite von mehr als zwölf Prozent zu rechnen.

(se/chb/reuters)