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Bieterkampf
Investoren buhlen um Commerzbank-Kredite

Commerzbank in Frankfurt: Das Finanzinstitut bereinigt sein Portfolio. Keystone

Die Commerzbank will ein gut vier Milliarden Euro schweres Paket an Häuserkrediten aus Spanien veräussern. In der Branche stösst das auf Interesse: In der ersten Bieter-Runde waren alle Grössen dabei.

Veröffentlicht am 04.03.2014

Für ein mehr als vier Milliarden Euro schweres Portfolio von Krediten der Commerzbank für spanische Gewerbeimmobilien treten Finanzkreisen zufolge viele Banken und Finanzinvestoren als Bieter-Duos auf. In der ersten Runde, die am vergangenen Freitag zu Ende ging, bewarben sich eine ganze Reihe von Konsortien aus Grossbanken und Fonds, wie mehrere Beteiligte am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

So habe sich die Deutsche Bank mit dem US-Investor Blackstone verbündet, dessen Rivale Apollo mit der spanischen Bank Santander und Lone Star mit JPMorgan. Insgesamt seien mehr als ein Dutzend Offerten eingegangen, hiess es in den Kreisen. «Das schaut sich alles an, was in der Branche Rang und Namen hat», sagte ein Vertreter der Bieter.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank ein ähnlich grosses Paket von britischen Immobilienkrediten losgeschlagen – mit nur kleinen Abschlägen. Damals hatten sich Lone Star und die US-Bank Wells Fargo die Kredite aufgeteilt: Jene, für die Zins und Tilgung stets gezahlt wurden, übernahm die Bank, die ausfallgefährdeten der Investor.

Chancen zum Einstieg

In Spanien gelten Kredite über eine Milliarde Euro als leistungsgestört, Darlehen über weitere 3,3 Milliarden Euro sind unproblematisch. Die Commerzbank hatte die Investmentbank Lazard mit dem Verkauf der Bestände der ehemaligen Eurohypo in Spanien betraut, die in den nächsten Jahren abgewickelt werden soll. Beide wollten sich ebenso wenig wie die Bieter zum Stand des Prozesses äussern. Laut Finanzkreisen wird die zweite Bieterrunde im April stattfinden.

Für Spanien ist das sogenannte «Projekt Octopus» eine der grössten Transaktionen am Immobilienmarkt seit der Finanzkrise. Der in den vergangenen sechs Jahren schwer gebeutelte Markt ist gerade dabei, sich zu erholen. Damit steigt die Chance, dass sich die Preisvorstellungen der Kreditgeber mit denen möglicher Käufer endlich wieder decken. Viele Banken und Investoren sehen das als Chance zum Einstieg, zumal die Commerzbank die Kredite nicht für private Wohnungen vergeben hatte, die besonders stark an Wert verloren hatten, sondern für Büros oder Einkaufszentren.

Cerberus und Oaktree wohl ebenfalls im Rennen

Zu den Bietern zählen Finanzkreisen zufolge auch die auf Sanierungsfälle spezialisierten Investoren Cerberus und Oaktree. Ob auch sie sich mit Banken zusammengetan haben, blieb zunächst offen. «Die Interessenten können für das ganze Paket bieten oder auch nur für Teile – etwa die faulen Kredite», sagte ein Immobilienberater, der den Prozess eng mitverfolgt. Mit den Krediten sollen der oder die Käufer auch eine kleine Plattform zur Verwaltung der Immobilien mit dem zugehörigen Personal übernehmen, wie ein involvierter Anwalt sagte.

Das fänden einige Bieter attraktiv, weil sie so weitere Portfolien zukaufen könnten. So hatte Apollo kürzlich die Mehrheit an der Immobilienverwaltung von Santander übernommen, Bankia lässt seine Bestände für die nächsten zehn Jahre von Cerberus verwalten.

(reuters/moh)

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