Im vergangenen Jahr hat es Valora, Sulzer und Implenia erwischt. 2008 werden Rieter und Georg Fischer (GF) ins Visier strategischer Investoren geraten – Recherchen der «Handelszeitung» in Investorenkreisen zeigen, dass sich diverse Beteiligungsspezialisten derzeit über die Dossiers der Industriekonglomerate beugen. Noch will keiner seinen Namen in der Zeitung lesen.

Das Interesse kommt nicht von ungefähr: GF und Rieter sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2008 von 12 und 10 vergleichsweise günstig. Und, im Gegensatz zu manch anderen Industriefirmen, kein Grossaktionär schützt sie vor feindlichen Übernahmen. Der grösste GF-Investor ist ein CS-Fonds mit 3,82%, bei Rieter hält ein Barclays-Fonds 5,02% der Aktien; zudem besitzt Rieter 5,02% eigene Aktien im Rahmen eines Rückkaufprogramms.

GF verfügt immerhin über ein Abwehrdispositiv – unter anderem gilt eine Stimmrechtsbeschränkung von 5%, die 2005 schon den Wiener Investor Ronny Pecik zur Aufgabe seiner Übernahmepläne zwang. Rieter dagegen hat keine Massnahmen getroffen. In guten Zeiten kein Problem, doch die Winterthurer kämpfen mit operativen Schwierigkeiten: Das Autozulieferergeschäft leidet unter nicht ausgelasteten Werken, das Ebit-Margenziel von 8% liegt ferner denn je – ein Wert von 5% für 2007 wäre schon ein nennenswerter Erfolg. Die zweite Divison, das Textilmaschinengeschäft, blüht. Noch. Spätestens ab 2009 aber werden die Garnhersteller ihre Investitionen spürbar drosseln.

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Die Banken haben sich positioniert: Sie emittierten auf GF knapp 100, auf Rieter gut 70 Optionsprogramme, vorwiegend Calls. Ähnlich viele Programme liefen auch auf Sulzer. Mit Calls übernahm schon Viktor Vekselberg quasi über Nacht 20% von Sulzer. Heute kontrolliert er den Konzern.