Das iPad Air 2 und sein kleiner Bruder, das iPad Air mini 3, sind seit Freitag in der Schweiz erhältlich. Handelszeitung.ch testet eines der Feature, das in der neuen Version verbessert wurde: die Kamera.

Als erstes fällt auf, dass die neue schlanke Linie beim iPad Air 2 die Handhabung verändert. Mit 6,1 Millimetern ist es derzeit das dünnste Tablet der Welt – wenn auch nur bis zum November, dann legt Dell mit einem Gerät von nur sechs Millimetern Stärke nach. Es liegt auch etwas leichter in der Hand – naja gut, gerade 34 Gramm hat es im Vergleich zum Vorgänger verloren und wiegt jetzt noch 444 Gramm. Doch durch das flachere Format hebt sich das Tablet beim Fotografieren komfortabel, auch wenn die Motivsuche mal etwas länger dauert. Allerdings wächst auch die Angst, dass das dünne Gerät beim Knipsen aus den Händen gleitet.

Laminierter Display hilft bedingt

Das Retina-Display ist jetzt mit einer Spezialfolie laminiert, die laut Apple lästige Reflektionen um 56 Prozent reduziert. Das soll vor allem das Lesen bei Tageslicht erleichtern, aber auch das Fokussieren des richtigen Bildausschnitts wird dadurch angenehmer. Schliesslich ist der grosse Display-Sucher eines der wichtigsten Argumente für das Fotografieren mit dem iPad. Im Gegenlicht hat es allerdings keine Chance: Hier werden auch iPad-Air-2-Besitzer die altbekannten Verrenkungen vollführen, um trotz der Sonnenstrahlen zu erkennen, ob alles im Bild ist. 

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Die Kamera hat jetzt eine Auflösung von acht Megapixeln, vorher waren es nur fünf. Damit liegt das Tablet im Bereich vieler aktueller Smartphones und Tablet-Konkurrenten – allerdings bieten etwa die Mitbewerber von Asus, Lenovo und Toshiba dieses Niveau schon länger an, wenn auch mit wesentlich unhandlicheren Geräten.

Starke Panoramabilder

Die Bilder haben eine ansehnliche Qualität, solange das Licht mitspielt. Bei Dämmerung sind die Bildernochakzeptabel, wobei eine neue Funktion von iOS 8.1 hilft: Lässt der Nutzer den Finger auf dem Fokus der Aufnahme, erscheint ein Sonnensymbol. Dahinter verbirgt sich die Bildhelligkeit, die so vor der Aufnahme manuell eingestellt werden kann. Allerdings fehlt nach wie vor ein LED-Licht, um bei schlechten Lichtverhältnissen noch brauchbare Bilder zu bekommen.

Vor allem die Panoramabilder haben einen Sprung nach vorne gemacht: Das iPad fotografiert diese jetzt mit einer Auflösung von 43 Megapixeln statt wie vorher mit 28. Die Schärfe der Aufnahmen lässt sich fast mit den Bildern hochwertiger Digitalkameras vergleichen (siehe Bildergalerie oben). Stark am Bildsensor gebastelt hat Apple bei der Frontkamera: Die Facetime HD Kamera hat zwar nach wie vor nur 1,2 Megapixel. Dafür soll sich die Lichtempfindlichkeit um 80 Prozent erhöht haben – für ordentliche Selfies reicht es.

Quantensprung bleibt aus

Spass macht bei den iPad-Aufnahmen die neue Bildbearbeitung von iOS 8: Mit der neuen Version des Apple-Betriebssystem kann der Nutzer Licht, Kontrast und Farbe manuall variieren. Das Betriebssystem ist natürlich nicht auf das aktuelle iPad Air beschränkt und funktioniert genauso auf dem iPhone und älteren iPad-Versionen. Aber durch das grössere Display ist die Bildbearbeitung auf dem Tablet komfortabel. 

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Und auch der neuste Effekt ist ein Hingucker – neben Zeitraffer-Aufnahmen nimmt das iPad jetzt auch Slow-Motion-Videos mit 120 Bildern pro Minute auf (siehe Video).

Fazit: Die verbesserte iPad-Kamera im Air 2 liefert solide Bilder und amüsante Spezialeffekte. Ein Quantensprung der Tablet-Fotografie ist sie aber nicht.