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IPO: «Big Pharm besucht Addex jede Woche

Die Genfer Biotechfirma will an die Schweizer Börse. Pharmakonzerne stehen bereits Schlange für neue Kooperationen.

Von valentin handschin
am 25.04.2007

Vincent Mutel braucht mehr Geld. Der CEO der in Genf beheimateten Biotechfirma Addex benötigt weitere finanzielle Mittel für seine Forschungsarbeiten. Unter der Leitung von Lehman Brothers, Piper Jaffray, der Bank Vontobel und der Bank am Bellevue sollen deshalb private und institutionelle Geldgeber im In- und Ausland für eine Teilnahme am Gang an die Schweizer Börse (SWX) gewonnen werden. Über das Emissionsvolumen, den ersten Handelstag und den Ausgabepreis wollen Mutel und Finanzchef Tim Dyer in drei bis vier Wochen informieren.

Noch hat Addex kein Produkt auf dem Markt. Der am weitesten fortgeschrittene Produktkandidat ist ein Medikament gegen die Migräne. Dieses könnte 2011 oder 2012 lanciert werden. CEO Mutel schätzt den Migränemarkt auf 2,5 Mrd Dollar ein. Des Weiteren ist Addex am Entwickeln von Medikamenten gegen das Rauchen und gegen Depressionen.

Drei Finanzierungsrunden

Die Liebe zur Investorengemeinde muss sich Addex erst noch erarbeiten. In der Pharmabranche ist das Unternehmen aber bereits bekannt. «Praktisch jede Woche erhalten wir Anfragen von grossen Pharmaunternehmen, die mit uns das Gespräch suchen», sagt Mutel. Thematisiert werden dabei vor allem mögliche Kooperationen.
Denn Addex ist mit seinen 70 Mitarbeitern zu klein, um alle geplanten Studien alleine durchzuführen. Seit 2004 läuft etwa eine Kooperation mit dem US-Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson. Und mit der britischen Biotechfirma Cenes hat Addex Studien zu Schlafmedikamenten am Laufen. Über weitere mögliche Kooperationspartner wollte sich Mutel im Gespräch nicht äussern.
Addex galt schon seit längerer Zeit als Börsenkandidat. Nach Cosmo Pharmaceuticals wird das Unternehmen nun für den zweiten Biotech-IPO des laufenden Jahres an der SWX besorgt sein. In drei Finanzierungsrunden hat Addex bisher 108 Mio Fr. aufgebracht. Finanzchef Tyer rechnet damit, dass diese bisherigen Geldgeber in einer ersten Phase auch nach dem Börsengang im Unternehmen investiert bleiben.

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