In Japan haben die Post und ihre beiden Finanztöchter am Mittwoch ein glänzendes Börsendebüt hingelegt. Vor allem Privatanleger profitierten, weil drei Viertel der ausgegebenen Aktien an sie gingen.

«Es gibt viele Leute, die bei diesem Börsengang das erste Mal in ihrem Leben Aktien gekauft haben», sagte Monex Securities-Chefstratege Takashi Hiroki. Die Aktien wurden nach Einschätzung von Analysten extra günstig angeboten, um die Japaner zum Aktienkauf zu motivieren.

Grösster Verkauf von Staatsbesitz seit 30 Jahren

Japans Regierungschef Shinzo Abe erhofft sich davon, dass Privathaushalte dank der Börsengewinne zu mehr Ausgaben und Investitionen angeregt werden und damit die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Der grösste Verkauf von Staatsbesitz seit drei Jahrzehnten spülte umgerechnet rund 11 Milliarden Franken in die Staatskassen.

Mit einem Plus von 56 Prozent schoss vor allem der Kurs der Versicherungstochter Japan Post Insurance nach oben. Die Papiere der Banktochter gingen 15 Prozent über dem Ausgabepreis aus dem Handel, die Aktien der Dachgesellschaft Japan Post Holdings legten 20 Prozent zu. Damit sorgten die drei Börsendebütanten für Auftrieb am gesamten Markt.

Geld für Wiederaufbau nach Katastrophen

Die Regierung hatte zunächst rund zehn Prozent an den drei Firmen auf den Markt gebracht. Das Geld soll in den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben und der Atomkatastrophe in Fukushima vor viereinhalb Jahren fliessen.

(sda/dbe/ama)