Im Jahr 1983 wurden 241 US-Marineinfanteristen bei einem Terroranschlag auf eine Kaserne in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet. Nun haben die Hinterbliebenen der Soldaten bei einem amerikanischen Bezirksgericht beantragt, dass die britischen Bank HSBC die Entschädigungszahlung von 2,66 Milliarden US-Dollar übernehmen soll, berichtet das «Wall Street Journal».

Das Bezirksgericht für den District of Columbia hatte 2007 dem Bericht zufolge den Iran zur Zahlung von 2,66 Milliarden Dollar Entschädigung für die Familien der US-Soldaten verurteilt, die beim Bombenanschlag getötet wurden. Denn der Sprengstoffanschlag sei der schiitischen Miliz Hisbollah zugeschrieben worden, die von Iran unterstützt werde.

Die Hinterbliebenen werfen der Bank HSBC USA nun vor, irreführend darüber informiert zu haben, welche iranischen Regierungsgelder bei der Bank bis März 2008 verwaltet und deponiert wurden. Ein Sprecher der Bank wollte sich dazu nicht äussern.

Mit den US-Behörden hatte sich HSBC im Dezember 2012 auf die Zahlung einer Rekordstrafe in Höhe von 1,92 Milliarden Dollar geeinigt. «Wir akzeptieren unsere Verantwortung für unsere Fehler in der Vergangenheit», sagte Unternehmenschef Stuart Gulliver damals.

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Auch Standard Chartered musste zahlen

Die USA hatten der Bank vorgeworfen, über Jahre Geldwäsche unterstützt zu haben. Aus Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien sollen HSBC-Filialen Milliarden in die USA transferiert und Drogenhändlern sowie Financiers des Terrorismus in die Hände gespielt haben.

Zuvor hatte die Affäre um Geschäfte mit dem Iran schon die britische Grossbank Standard Chartered Hunderte Millionen gekostet: Im Dezember 2012 verhängten die US-Notenbank Fed sowie weitere drei Behörden eine Strafe in der Höhe von 327 Millionen US-Dollar.

Im Sommer 2012 hatte sich Standard Chartered bereits mit der New Yorker Finanzaufsicht auf die Zahlung von 340 Millionen Dollar wegen Verstössen gegen Sanktionen der USA gegen den Iran geeinigt.

Die US-Behörden nahmen Anfang 2013 ausserdem die Deutsche Börse wegen Geschäften mit iranischen Kunden ins Visier. Die Exportkontrollbehörde OFAC gehe dem Verdacht nach, dass die Börsen-Tochter Clearstream 2008 gegen Handelssanktionen gegen den Iran verstossen habe, hiess es.

(tno/chb)