Die Affäre um Geschäfte mit dem Iran kostet die britische Grossbank Standard Chartered weitere 327 Millionen US-Dollar. Diese Strafe verhängten die US-Notenbank Fed sowie weiteren drei Behörden, wie die Zentralbank mitteilte. Im Sommer hatte sich Standard Chartered bereits mit der New Yorker Finanzaufsicht auf die Zahlung von 340 Millionen Dollar wegen Verstössen gegen Sanktionen des USA gegen den Iran geeinigt.

Die New Yorker Finanzaufsicht war im August zum Ärger der anderen in den Fall involvierten US-Behörden vorgeprescht und hatte die Ermittlungen öffentlich gemacht. Sie fuhr schwere Geschütze auf und drohte der Bank sogar mit dem Entzug der Banklizenz in den USA.

Bei den Vorwürfen geht es um Transaktionen der Jahre 2001 bis 2007. Die Briten sollen dabei mindestens 250 Milliarden Dollar für iranische Banken abgewickelt und dies verschleiert haben. Dies war nach Ansicht der Behörden wegen der geltenden Sanktionen gegen das Land illegal.

Schlupflöcher ausgenutzt

Standard Chartered hatte bereits in der vergangene Woche die bevorstehende Einigung mit den übrigen US-Behörden kundgetan. Wegen Iran-Geschäften werden mehrere Institute von US-Behörden durchleuchtet. Dazu zählt auch die Deutsche Bank. Im Juni hatte der niederländische Finanzkonzern ING wegen ähnlicher Vorwürfe 619 Millionen Dollar Strafe gezahlt.

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Die USA haben die Sorge, dass Iran sein Atom- und Raketenprogramm mit den transferierten Gelder finanziert. Bis zum Jahr 2008 gab es allerdings ein Schlupfloch bei den US-Sanktionen, das es Nicht-US-Banken ermöglichte, Geschäfte mit iranischen Finanzhäusern und Unternehmen zu machen. Die Ermittler müssen nun prüfen, inwiefern die Banken trotzdem gegen US-Gesetze verstossen haben.

(jev/awp)