Yigal Caspi, Israels neuer Botschafter, will möglichst nicht bei Migros einkaufen, weil diese Produkte aus den besetzten palästinensischen Gebieten speziell deklarieren will. «Ehrlich gesagt würde ich zögern, in der Migros einzukaufen.»

Der diskriminierende Hinweis auf Produkte, die aus israelischen Siedlungen stammen, werde nicht das kleinste Bisschen zum Friedensprozess beisteuern, sagt Caspi der «NZZ am Sonntag». Im Gegenteil, man schade damit den Palästinensern, die auf Arbeit in den Siedlungen angewiesen seien.

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Im Interview kritisiert der neue Botschafter auch die Nahostpolitik der Schweizer Regierung. «Wir sind nicht einverstanden mit dieser Politik der Schweiz, die mit einer Terrororganisation wie der Hamas zu sprechen pflegt», sagte Caspi. «Das ist ein wenig so, wie wenn man einen Mörder in sein Haus einladen würde, um sich mit ihm über seine Pläne und Methoden zu unterhalten.»

Ausserdem möchte Caspi, der sein Amt in Bern erst vor zwei Wochen angetreten hat, dass die Schweiz sich zu mehr Sanktionen gegenüber Iran bereit erklärt.

(rcv)