Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeness. Grundlage des Verfahrens ist eine Selbstanzeige von Hoeness wegen eines Kontos in der Schweiz.

Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens erfolgte aufgrund einer Selbstanzeige im Januar 2013, wie der Münchner Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich dem Magazin «Focus» laut Vorabbericht vom Samstag sagte.

Im März gabs Besucht vom Amt

Hoeness sagte dem Magazin, er habe die Selbstanzeige wegen eines Kontos in der Schweiz erstattet, nachdem das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz gescheitert war. Zuvor habe er die Angelegenheit mit Hilfe des bilateralen Abkommens regeln wollen. Über die Höhe der allfälligen Steuerschuld wurden keine Angaben gemacht.

Nach «Focus»-Informationen liessen Staatsanwälte im März das private Anwesen von Hoeness im Tegernseer Tal durchsuchen. Hoeness hat unter anderem auch mit seiner Wurstfabrik in Nürnberg ein Vermögen verdient.

Gescheitertes Steuerabkommen

Das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland war Anfang des Jahres definitiv am rot-grünen Widerstand in der Länderkammer (Bundesrat) gescheitert. Mit dem Abkommen hätten in der Schweiz angelegte Vermögen von deutschen Staatsbürgern wie in Deutschland besteuert werden sollen. Schwarzgeld wäre pauschal nachversteuert worden, anonym und zehn Jahre rückwirkend.

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Mehrere Bundesländer hatten bereits vor dem Scheitern des Abkommens mit dem Kauf von Steuerdaten-CDs mit Informationen zu Schweizer Bankverbindungen Schlagzeilen gemacht. In der Folge hatten sich auch zahlreiche deutsche Steuersünder selbst angezeigt. Der jüngste Fall war der Kauf eines solchen Datensatzes im Bundesland Rheinland-Pfalz.

(chb/sda)