Zwischen Januar und März 2005 ist die Zahl der Konkurse von IT-Firmen in der Schweiz wieder auf den Stand des 1. Quartals 2000 zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr halbierte sich die Anzahl der Konkurse damit praktisch.

Demgegenüber hat sich die Anzahl der Firmenneugründungen im Vergleich zu 2003 kaum verändert. In dieser Hinsicht war der Tiefststand in den Jahren 2002 und 2003 erreicht worden, seither ist der Index um 29% gestiegen. Ein Fünftel der Neugründungen entfällt auf den Kanton Zürich, 11% erfolgten im Kanton Zug und 8% im Kanton Bern. Der Wirtschafts- und Hochschulkanton Zürich war schon 2004 der beliebteste Kanton für Neugründungen gewesen, Bern und Zug lagen damals an zweiter und an dritter Stelle.

Ein ergänzendes Bild zeigt der Index für die Höhe des IT-Startkapitals. Dieser hat sich gegenüber dem Vorjahr um 13% zurückgebildet und liegt mit durchschnittlich 50000 Fr. noch halb so hoch wie im Boomjahr 2000. Der höchste Stand war 2003 erreicht worden, als durchschnittlich 200000 Fr. die Ausgangsbasis bei Startups gebildet hatten. Junge Unternehmer wagen jetzt mit einem weitmaschigeren Sicherheitsnetz den Sprung in die Selbstständigkeit als auf dem Höhepunkt der IT-Schwächeperiode vor zwei Jahren.

Anzeige

Rückkehr zur Normalität

Diese drei quartalsweise publizierten Indikatoren wurden jetzt zum ersten Mal vom Fachmagazin «IT-Reseller» in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsprüfern von Dun & Bradstreet ermittelt und für die vergangenen fünf Jahre zurück berechnet. Die Datenbank verfolgt das Schicksal von gegen 15000 Firmen, die seit 2000 gegründet worden sind.

Alle drei neuen Indizes weisen auf eine Rückkehr zur Normalität in der IT-Branche hin. Auch die monatliche Erhebung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) verzeichnete eine Aufhellung für das Personal in der Computerbranche. So gab es im März einen Rückgang von 5% bei Stellen suchenden Informatikern ­ die Gesamtarbeitslosigkeit hatte sich dagegen, saisonal bereinigt, nicht zurückgebildet. Und auch bei langzeitarbeitslosem IT-Personal, aufgrund der kurzen Halbwertszeit der IT-Fachkenntnisse besonders exponiert, zeigte sich eine Entspannung ab. Diese Zahl schumpfte gleich um 18% auf jetzt noch 950 Personen.

Für das laufende Jahr ist mit einem weiteren leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Informatikern zu rechnen. Einerseits denken viele Manager inzwischen wieder mehr über die Erhöhung des Umsatzes und weniger über eine weitere Reduktion der (IT-)Kostenbasis nach. Andererseits entfaltet das Schreckgespenst «Outsourcing» beziehungsweise «Offshoring» in der Schweiz nicht dieselbe Wirkung wie in den angelsächsischen Ländern. Bei schweizerischen Outsourcing-Verträgen wird das Personal vor allem zur Outsourcing-Firma in der gleichen Region verschoben. Beim Offshoring dagegen werden vor allem Call-Center-Stellen aus den USA nach Indien verlagert. In der Schweiz bildet die Sprachbarriere zu Deutsch oder Französisch einen gewissen Schutz.

Dell: Neuer Mann fürs Firmengeschäft

Mit Jean-Jacques Suter (41) holt sich Dell einen langjährigen HP-Mann als Chef der Schweizer Niederlassung. Er soll Dells Schwäche im Firmengeschäft ausbügeln. Suter war bei HP verantwortlich für Grosskunden. Im Grosskundengeschäft hat der Computer-Direktverkäufer Dell Mühe, direkt in die IT-Strategien der Unternehmen eingebunden zu werden. Firmen planen ihre Anschaffungen oft von den zentralen Grosscomputern und den Applikationen aus. Die PCs und Kleinserver, die Domäne von Dell, kommen dann erst ganz am Schluss ins Spiel. Zudem bringt die von Dell geförderte Standardisierung auch eine hohe Austauschbarkeit.

Anzeige

Die Firmenkundenbetreuung ist auch in der Schweiz bisher die Domäne von IBM und HP. (mn)