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Todesfälle
Italien sendet gemischte Signale an Novartis

Grippe-Impfung im Verdacht: Waren Novartis-Impfstoffe verunreinigt?  Bloomberg

Während die Justiz ihre Untersuchung eines Novartis-Impfstoffes eingestellt hat, kündigte die Staatsanwaltschaft von Turin neue Ermittlungen wegen eines anderen Impfstoffes des Schweizer Konzerns an.

Veröffentlicht am 01.12.2014

Die italienische Arzneimittelbehörde AIFA hat ihre Tests zu einem Grippeimpfstoff von Novartis eingestellt, wie sie am Montag mitteilte. Letzte Woche hatte die Behörde wegen gesundheitlicher Bedenken die Nutzung des Impfstoffs als Vorsichtsmassnahme verboten.

Es war von drei Personen berichtet worden, die verstorben waren, nachdem ihnen der Novartis-Impfstoff Fluad verabreicht worden war. Die Nachricht über das Verbot verbreitete sich in ganz Italien, worauf weitere Todesfälle nach der Verabreichung des Impfstoffs gemeldet wurden.

8000 sterben jährlich an Grippe

Experten zeigten sich allerdings skeptisch bezüglich eines möglichen Zusammenhangs zwischen dem Impfstoff und den Todesfällen. Gesundheitsbehörden mahnten die Bevölkerung, sich weiterhin impfen zu lassen. «Die Resultate des Tests bestätigen die Sicherheit des Grippeimpfstoffs», teilte die Arzneimittelbehörde AIFA nun mit. Die Tests der untersuchten Dosen seien «komplett negativ» gewesen.

Die Todesfälle, welche mit dem Impfstoff in Verbindung gebracht worden seien, müssten daher der erhöhten Medienaufmerksamkeit zugeschrieben werden, heisst es in der Mitteilung. Die Behörde wies ausserdem darauf hin, dass rund 8000 Italiener jährlich an Grippe sterben würden und mahnte dazu, nicht auf Impfungen zu verzichten.

Was ist mit Agrippal?

Novartis hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass in diesem Jahr weltweit mehr als 7 Millionen Dosen Fluad verteilt worden seien. Dabei sei keine ungewöhnliche Häufigkeit von Nebenwirkungen beobachtet worden.

Ob auch die Untersuchungen zum Grippeimpfstoff Agrippal eingestellt wurden, war zunächst unklar. Am Montag wurde bekannt, dass die Turiner Staatsanwaltschaft auch zu diesem Wirkstoff ermittelt, der ebenfalls von Novartis hergestellt wird.

(awp/sda/gku/me)

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