Die Geldprobleme von Dubai liessen nicht nur die hiesigen Bankaktien abstürzen, sondern auch diejenigen der Versicherer. Insbesondere die Valoren von Swiss Life gerieten unter Druck. In Marktkreisen wird der Rutsch unter anderem damit begründet, dass die Krise im Nahen Osten das von Swiss Life verstärkt betriebene PPLI-Geschäft (Private Placement Life Insurance) belasten könnte. Dabei hilft der Versicherer der reichen Bank-Klientel, mit strukturierten Lebensversicherungen (Insurance Wrappers) Steuern zu optimieren (siehe Kasten).

Irene Fischbach, Sprecherin von Swiss Life, wehrt allerdings eine Korrelation zwischen der Dubai-Krise und dem PPLI-Geschäft ab. «Unsere Kunden sind vermögende internationale Privatpersonen, die auf der ganzen Welt zuhause sind. Auch in unserem Büro in Dubai stammt der Grossteil der Kunden aus Europa oder Indien.» Entsprechend besteht die Kundschaft hauptsächlich aus sogenannten Expats.

Von Italien profitieren

Dennoch, sollte sich die Krise in Dubai zuspitzen, werden die dort ansässigen Firmen ihren Personalbestand und damit auch die Zahl der Expats reduzieren müssen.

Grosse Wachstumschancen sieht der Lebensversicherer derzeit vor allem in Italien und will noch bis zum 15. Dezember von der dortigen Steueramnestie profitieren. Auch Bâloise, welche solche Versicherungsmäntel über eine Tochtergesellschaft in Liechtenstein vertreibt, hat in der Vergangenheit vor allem von der italienischen Steuerpolitik profitiert. «Im Geschäft mit den vermögensgebundenen Policen haben wir im 2. Halbjahr eine weitere Belebung des Geschäftsverlaufes gesehen, getrieben vor allem durch den italienischen Markt», sagt Frank Nuy, Mitglied der Geschäftsleitung, Bâloise Life (Liechtenstein). So würde das italienische Produkt den Kunden die Möglichkeit bieten, die gesetzliche Regelung der Steueramnestie positiv für sich zu nutzen, sagt Nuy.

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Weltweit schätzt Swiss Life das Marktpotenzial der Insurance Wrappers auf rund 200 Mrd Fr. Allerdings lässt das Geschäft die Margen nicht in den Himmel wachsen. «Im Vergleich zu den klassischen Lebensversicherungen sind die Margen in diesem Geschäft eher tief», sagt Fischbach.

Die tiefen Margen erklärt Bâloise unter anderem damit, dass die vermögende Kundschaft bereits von Privatbanken, Family Offices oder Verwaltern betreut wird und die Wrappers als weitere Lösungskomponente dienen. Hinzu kommen gemäss Nuy aber auch noch Management-, Depot- und Transaktionsgebühren sowie ein funktionierender Wettbewerb.