Die Grossbank Credit Suisse steht offenbar derzeit auch in Italien unter juristischem Beschuss. Gemäss diversen Medienberichten ermitteln die Behörden in Mailand gegen die Grossbank wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Dabei soll die zweitgrösste Schweizer Bank den italienischen Kunden Versicherungsprodukte aus Liechtenstein und den Bermudas angeboten haben.

Die Credit Suisse soll rund 13'000 Kunden mit Wohnsitz in Italien geholfen haben, rund 14 Milliarden Euro in der Schweiz vor dem Fiskus zu verstecken, berichtete die italienische Zeitschrift «L'Espresso» in ihrer letzten Ausgabe. Von diesen sollen bis zu 8 Milliarden Euro von etwa 4'000 Kunden in solchen Versicherungsmänteln versteckt sein, schreibt am Freitag auch die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Informanten.

Aktie fällt ab

Gegenüber der AWP hatte ein CS-Sprecher bereits Anfang der Woche betont, dass das Geschäft mit Privatkunden «systematisch auf deklarierten Vermögen» basiere. Seit das italienische System für Steuer-Selbstanzeigen in Kraft sei, verlange man von den Kunden den Beweis, dass ihre Vermögen steuerkonform seien.

Am frühen Freitagnachmittag gehören die CS-Aktien mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 13,16 Franken einmal mehr zu den schwächsten Titel im SMI. Mit einem Abschlag von fast 40 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn sind CS auch im bisherigen Jahresverlauf die SMI-Titel mit der schlechtesten Performance.

(awp/cfr)