Die Aktionäre der beiden italienischen Volksbanken Banco Popolare und Banca Popolare di Milano (BPM) haben dem geplanten Zusammenschluss der Institute zugestimmt. Die neue Bank soll den Namen Banco BPM tragen. 99 Prozent der Anteilseigner hätten das Vorhaben unterstützt, teilte Banco Popolare am Samstag nach der Hauptversammlung der Bank mit. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge lag die Zustimmungsquote auf der BPM-Hauptversammlung bei 72 Prozent.

Damit kann die auf dem angeschlagenen italienischen Bankenmarkt richtungweisende Fusion weiter voranschreiten. Mit einer Bilanzsumme von 171 Milliarden Euro und mehr als 25'000 Beschäftigten entsteht so das drittgrösste Geldhaus des Landes nach den beiden Schwergewichten Unicredit und Intesa Sanpaolo. Am fusionierten Institut werden die Eigentümer von Banco Popolare mit 54 Prozent die Mehrheit halten. Der Zusammenschluss soll im Dezember perfekt sein.

Übernahmegesetze gelockert

Die Einigung der beiden Volksbanken gilt als wichtiges Signal für den stark zersplitterten Bankensektor Italiens, der nach jahrelanger Wirtschaftskrise auf faulen Krediten von rund 360 Milliarden Euro sitzt. Ein Grossteil dieser Problemforderungen liegt bei den zahlreichen kleinen Instituten des Landes. Darunter leidet die Vergabe neuer Kredite.

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Politik und Bankaufseher drängen seit langem zu Zusammenschlüssen, um die Branche zu stabilisieren und wettbewerbsfähiger zu machen. So hatte die italienische Regierung im vergangenen Jahr die starren Übernahmegesetze für Banken gelockert. Banco Popolare und BPM konzentrieren sich auf die norditalienischen Regionen Lombardei, Piemont und Venetien. Sie haben zusammen rund 2500 Filialen und mehr als vier Millionen Kunden.

Marktanteil von rund 8 Prozent

Landesweit kommt die neue Bank, die an der Mailänder Börse gehandelt werden soll, auf einen Marktanteil von rund 8 Prozent. Der aktuelle Marktwert liegt bei 5,7 Milliarden Euro.

Die Fusion soll früheren Angaben zufolge von 2018 an Ergebnisvorteile von 365 Millionen Euro jährlich bringen. Dabei rechnen sich beide Seiten zusammen etwa mehr Schlagkraft bei der Digitalisierung ihrer Geschäfte aus. Zugleich sehen sie grosse Vorteile im gemeinsamen Management ihrer Problemkredite, die sie künftig in einer konzerneigenen Abwicklungssparte abbauen wollen.

(sda/gku)