Die italienische Notenbank will sich nicht gegen eine Übernahme des Kriseninstituts Monte Paschi durch einen ausländischen Investor wehren. Der hochrangige Zentralbanker Fabio Panetta sagte der Tageszeitung «Il Messaggero», in der Vergangenheit seien Fusionen mit Interessenten aus dem Ausland durchaus erfolgreich gewesen. Vorbehalte gegen bestimmte Nationen seien deswegen kontraproduktiv.

Monte Paschi – die älteste Bank der Welt – hat zuletzt beim Stresstest der EZB am schlechtesten abgeschnitten und muss erneut eine milliardenschwere Kapitallücke schliessen. Bislang haben zahlreiche Banken aus Italien abgewunken. Sie wollen sich nicht an einer Rettung des Instituts aus der Toskana beteiligen.

Schrumpfstrategie für bessere Kapitaldecke

Um die Kapitallücke zu stopfen, will Monte-dei-Paschi-Chef Alessandro Profumo auf eine Schrumpfkur setzen: Es ist durchaus denkbar, dass Geschäftsteile verkauft werden, meint Profumo in einem Interview der österreichischen Zeitung «Der Standard» vom Wochenende. Dies sei Teil der Strategie neben der geplanten Kapitalerhöhung von bis zu 2,5 Milliarden Euro, die spätestens bis Juli abgeschlossen werden solle. Die restliche Staatshilfe von einer Milliarde Euro werde danach zurückgezahlt.

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Zu Spekulationen über den Einstieg eines Investors aus China sagte Profumo: «Wenn es etwas zu berichten gibt, werden wir das tun. Derzeit führen wir keine Verhandlungen.»

Aktienwert hat sich halbiert

Die Anleger flüchten jedenfalls aus den Bankaktien. Ängste vor milliardenschweren Abschreibungen und dem Ausfall weiterer Kredite haben den Kurs der italienischen Krisenbank Monte Paschi am Montag auf ein Rekordtief gedrückt.

Die Aktien verbilligten sich in Mailand um bis zu 6,6 Prozent auf 47 Cent. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert der Aktie mehr als halbiert, während der Mailänder Leitindex in dieser Zeit minimal stieg.

(reuters/ise)