Eric Sarasin, Vizechef der Bank J. Safra Sarasin, ist unter Druck. Die Strafbehörden in Zürich sind nach einer Anzeige des deutschen Multimillionärs Carsten Maschmeyer gegen den Sprössling der gleichnamigen Basler Bankendynastie aktiv geworden. «Wir haben die Strafanzeige erhalten und gehen dem Vorwurf einer Verletzung des Bankgeheimnisses nach», sagt der Chef der Zürcher Wirtschafts-Staatsanwaltschaft Peter Pellegrini zur «Handelszeitung».

Maschmeyer reagierte mit seinem rechtlichen Vorstoss gegen Sarasin auf Artikel in der deutschen Presse, bei denen ein Geheimnisverrat vorliegt. Der Gründer der Finanzberaterin AWD fordert von Sarasin die Rückerstattung von knapp 20 Millionen Euro.

«Die Bank ist besorgt»

Die neuen Eigentümer von Sarasin, die brasilianische Unternehmerfamilie Safra, distanziert sich von den Vorkommnissen. «Die Bank ist besorgt über die jüngst in den Medien geäusserten Vorwürfe, die auf Entscheidungen und Handlungen zurückzuführen sind, zu deren Zeitpunkt die Bank Sarasin durch den Mehrheitseigner Rabobank kontrolliert wurde», nimmt J. Safra Sarasin erstmals Stellung.

Als Bank könne man sich öffentlich nicht im Detail zum Fall äussern. «Bei einigen Beobachtern könnte entsprechend der Eindruck entstehen, dass unser Schweigen in den Medien als Schuldeingeständnis zu interpretieren ist – seien Sie versichert, dies ist nicht der Fall», hält ein Safra-Sprecher gegenüber der «Handelszeitung» fest.

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