ALUMINIUM. Rio Tinto kauft die kanadische Alcan und damit die ehemalige Alusuisse – und nur ein paar Monate später unterbreitet seinerseits mit BHP Billiton der weltgrösste Bergbaukonzern sein Übernahmeangebot an den Branchendritten Rio Tinto. Entstehen könnte, bei einem Wert von 350 Mrd Dollar, ein ähnlich grosser Gigant wie Microsoft in der IT. Noch ist allerdings die «Heirat» ohne Segen der Kartellbehörden.

Aber auch national bleibt kein Stein auf dem anderen: Die Alu-Menziken-Gruppe, über Jahre hinweg technologisch ein hiesiges Vorzeigeunternehmen, in den letzten Jahren aber unternehmerisch ohne die nötige Fortune und zwischenzeitlich in finanzielle Schieflage abgerutscht, geht bei der Montana Tech Components in neue Hände über und verliert den Status als Familienunternehmen. Auch wenn die Dimensionen dieser beiden Entscheidungen unterschiedlich sind, so ist dennoch auf Parallelen hinzuweisen. Vor allem auf die Tatsache, dass Investoren auf die Zukunft von Aluminium setzen. Im Grossen wie im etwas Kleineren, beim Rohaluminium wie bei den Halbzeugen, international wie national. Die Vorteile von Aluminium setzen sich in wichtigen Anwendungsbereichen, allen voran im Transport/Verkehr, dann aber auch im Bau, in der Verpackung und im Apparate-/ Maschinenbau, immer stärker durch. Weil Ökologie wie Ökonomie umweltgerechte und kostengünstige Werkstoffe verlangen, weil – besonders im Transportwesen – jedes eingesparte Kilo auch den Energieverbrauch senken hilft, weil in der Industrie günstige Produktionsmethoden gefragt sind. Ironie ist, dies nur als Randbemerkung, dass ausgerechnet die teils exorbitant hohen Rohstoffpreise dafür sorgen, dass es international zu «Elefantenhochzeiten» im Bereich der Rohstoffe kommt. Die Kassen klingeln bei den Bergbaufirmen, diese stürmen von Rekordgewinn zu Rekordgewinn. Mit prall gefüllten «Kriegskassen» kann deshalb auf Beutezug gegangen werden. Die Beispiele aus diesem Jahr sagen alles: BHP – Rio Tinto – Alcan.Die hiesige Aluminiumbranche, die einen Umsatz von etwas mehr als 3 Mrd Fr. generiert und die in wenigen Tagen auf ein gutes bis teils sehr gutes Jahr 2007 bei moderatem Wachstum zurückblickt, lassen diese Bewegungen keineswegs kalt. Den Weiterverarbeitern von Alu kann es nicht gleichgültig sein, was ganz vorne am Anfang der Wertschöpfungskette, nämlich bei der Produktion des Rohaluminiums, passiert. Die Konzentration auf ein paar wenige, global dominierende Anbieter schafft unangenehme und gefährliche Abhängigkeiten.