Die Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) rechnet trotz des Debakels um ihre «Dreamliner»-Jets mit mehr Gewinn. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März dürfte der Überschuss statt der bislang angepeilten 140 Milliarden nun 163 Milliarden japanische Yen (1,63 Milliarden Franken) erreichen, teilte die Gesellschaft in Tokio mit. Das ist auch mehr als von Analysten erwartet.

Das Unternehmen, das sich derzeit mit dem Flugverbot für seine sieben Boeing 787 «Dreamliner» herumschlagen muss, profitiert dabei nach eigenen Angaben von einer gewachsenen Nachfrage nach Flugtickets. Der Umsatz soll um ein Prozent auf 1,2 Billionen Yen wachsen.

Unterdessen denkt JAL über Schadenersatzforderungen gegen Boeing nach. Das Unternehmen bereite sich auf entsprechende Gespräche mit dem Flugzeugbauer vor, hiess es.

Nach einem Brand an Bord einer JAL-Maschine und der Notlandung eines «Dreamliner»-Jets der Konkurrentin All Nippon Airways (ANA) im Januar hatten die Aufsichtsbehörden ein Flugverbot für Jets des Typs verhängt. 50 Maschinen sind bereits ausgeliefert, die Ursache der Probleme, die im Umfeld der Lithium-Ionen-Batterien des Jets vermutet wird, ist noch immer nicht gefunden. Ein Ende des Flugverbots ist nicht absehbar. Boeing lässt die Produktion dennoch weiterlaufen.

Erst seit September zurück an der Börse

«Auf die Gewinne von JAL und ANA dürfte dies keine allzu grossen Auswirkungen haben, selbst wenn sie die Maschinen ein Jahr lang nicht fliegen könnten», sagte Analyst Yasuhito Tsuchiya von der Bank of America. Bei der JAL dürfte der operative Gewinn in diesem Fall lediglich um 4 Milliarden, bei der ANA um 5 Milliarden Yen sinken.

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In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte die JAL ihren Umsatz um 4 Prozent auf 942 Milliarden Yen. Der Gewinn ging hingegen um 4 Prozent auf 140,6 Milliarden Yen zurück. Die Gesellschaft war nach ihrer Insolvenz und einer harten Sanierung erst im September an die Börse zurückgekehrt.

(tno/aho/awp)

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