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Technologie
Japan peilt Spitzenposition der Supercomputer an

Die Schweiz schafft Platz acht: Der Piz Daint befindet sich in Lugano. Keystone

Japan möchte zurück zu altem Glanz und sich den Titel als technologischer Vorreiter zurückerobern. Bis Ende 2017 soll in Tokio der schnellste Supercomputer der Welt entstehen.

Von Domenico Sciurti
am 27.12.2016

Lange galt Japan als technologischer Vorreiter in der Welt. Doch gerade seine Nachbarländer China und Südkorea setzten sich in den vergangenen Dekaden stärker durch und liefen dem Land den Rang ab.

Geht es um sogenannte Supercomputer, muss sich Japan derzeit den USA und China geschlagen geben. Das soll sich nun ändern. Bis 2017 soll im National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Tokio der schnellste Computer der Welt entstehen.

«Es gibt nichts schnelleres»

Das Projekt mit Namen «AI Bridging Cloud Infrastructure» (ABCI) wird der Nachrichtenagentur Reuters zufolge vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie mit 19,5 Milliarden Yen (knapp 177 Millionen Franken) finanziert. Der neue Supercomputer soll eine Leistung von 130 Petaflops erreichen, das sind 130 Billionen Rechenschritte pro Sekunde.

Die aktuelle Nummer eins auf der Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt, der chinesische Sunway TaihuLight, schafft 93 Petaflops. «Soweit wir wissen, gibt es bisher nichts schnelleres», sagt Satoshi Sekiguchi, Direktor des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology, über ABCI.

Mit dem neuen Supercomputer erhofft sich die japanische Regierung, Unternehmen wieder im eigenen Land zu mehr Fortschritt und Innovation zu verhelfen. Um Aufgaben zu lösen, die aufwendige Berechnungen benötigen, würden die sich nämlich derzeit meist an US-Konzerne wie Google, Microsoft oder Amazon wenden, so Sekiguchi.

Bisher belegt Japan Platz fünf

Ab kommendes Jahr sollen Japans Unternehmer dann ABCI gegen eine Gebühr nutzen und in der Folge Ergebnisse in den Bereichen wie das autonome Fahren, Klimaforschung und Robotertechnik für sich reklamieren können. China nutzt einem Beitrag auf Ingeneur.de nach seinen Sunway TaihuLight unter anderem für die Wettervorhersage, pharmazeutische Forschung sowie industrielles Design.

Derzeit belegt Japan den fünften Platz der 500er-Listen der schnellsten Computer der Welt. Fujitsus K-Computer, das im Riken Advanced Institute for Computational Science (AICS) betrieben wird, bringt es auf eine Leistung von 10,51 Petaflops. Die Plätze eins bis vier belegen Maschinen aus den USA und China.

Erst auf Platz acht befindet sich der erste Computer aus Europa: Piz Daint vom Hersteller Cray wird im Schweizer Hochleistungsrechenzentrum «Centro Svizzero di Calcolo Scientifico» (CSCS) in Lugano betrieben. Die Anlage schafft 6,27 Petaflops. Auf der Webseite des Instituts heisst es: «Piz Daint kann an einem Tag mehr berechnen als ein modernes Laptop in 900 Jahren berechnen könnte.»

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