Die japanische Regierung plant einem Zeitungsbericht zufolge die Übernahme von mehr als zwei Dritteln der Anteile des Energieunternehmens Tokyo Electric Power (Tepco). Das würde faktisch eine Verstaatlichung des Betreibers des Atomkraftwerkes Fukushima bedeuten.

Die Zeitung «Yomiuri» berichtete weiter, der Staat wolle 1 Billion Yen (umgerechnet fast 12 Milliarden Franken) in das Unternehmen einbringen. Ausserdem würden Banken gebeten, dieselbe Summe an Krediten zur Verfügung zu stellen.

Das Blatt berief sich dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Eine Tepco-Sprecherin sagte, der Bericht entspreche nicht den Tatsachen.

Der Zeitung zufolge sollen die konkreten Verhandlungen im nächsten Jahr beginnen und bis März abgeschlossen sein. Eine Verstaatlichung des Unternehmens war seit dem Unglück im Atomkraftwerk Fukushima immer wieder im Gespräch gewesen.

Die Reaktoren des Kraftwerks waren nach dem Tsunami im März ausser Kontrolle geraten. In mindestens einem kam es zu einer Kernschmelze. Tepco sieht sich mit hohen Entschädigungszahlungen und Kosten für die Dekontaminierung verstrahlter Gebiete konfrontiert.

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Abschaltungszeitplan vorgestellt

Für die vollständige und sichere Abschaltung des von Erdbeben und Tsunami schwer beschädigten Atomkraftwerks plant die japanische Regierung derweil 40 Jahre ein.

Handelsminister Yukio Edano sagte heute in Tokio, die Regierung wolle das Konzept entschieden und sicher abarbeiten und dabei auch die Ansichten der mehr als 100'000 Anwohner berücksichtigen, die wegen des GAU ihre Häuser verlassen mussten.

Der Plan wurde wenige Tage nach der Erklärung der Regierung veröffentlicht, die Anlage sei stabil. Experten zufolge sind die Reaktoren weiterhin anfällig für zukünftige Katastrophen.

(tno/vst/sda)