Geht man von Schätzungen aus, dass gegen 5 Millionen Einwohner der Schweiz einen Führerausweis besitzen, so hat jeder fünfte - wenn nicht gar vierte - hiesige Automobilist im vergangenen Jahr einen Fahrzeugtausch vorgenommen. Heiss begehrt waren nicht allein die frisch immatrikulierten 294 239 Neuwagen (plus 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr), sondern auch die 775 409 Occasionen (plus 12,0 Prozent). Die Marktexperten von Eurotax Glasss International AG, Freienbach SZ, vertreten die Meinung, dass mit den 1,07 verkauften Personenwagen das Wachstum um einiges höher ausgefallen ist, als Insider noch vor einem Jahr zu orakeln wagten. Passend übrigens zu den Entwicklungen des schweizerischen Gebrauchtwagenmarktes sank die Standzeit einer Occasion auf 97 Tage (minus 2 Prozent).

Dass das Vertrauen der Konsumenten 2010 zurückkehrte, bestätigen jene zwei Schweizer Autoimporteure, die als einzige der rund 50 Anbieter eine offensive Publikationsstrategie fahren und ihre Zahlen auf den Tisch legen. Die Amag-Gruppe - mit einem Rekord-Marktanteil von 24,8 Prozent (24,2 Prozent im Vorjahr) unangetastet nationaler Branchenleader und mit ihren Marken Volkswagen (33 839 Zulassungen), Audi (16 793), Skoda (14 388) und Seat (7788) bei fast allen Beurteilungskriterien unverändert auf Spitzenpositionen - steigerte den Gruppenumsatz um 300 Millionen auf 4 Milliarden Franken. Verkauft wurden 73 600 Fahrzeuge (plus 13,9 Prozent). Zusätzlich verkaufte die Amag als grösste schweizerische Porsche-Handelsorganisation im letzten Jahr 1101 Sportwagen aus Zuffenhausen; auch hier wird ein Plus von 21 Prozent verzeichnet. Der Personalbestand der Amag ist auf 5064 Beschäftigte gewachsen. Bis 2012 schafft der Branchenprimus in Zusammenhang mit Investitionen von 300 Millionen Franken in Verkaufs- und Servicekapazitäten weitere 300 Arbeitsplätze.

BMW mit einem der besten Jahre

Erfreut über 2010 zeigt sich auch die BMW Group Switzerland, Dielsdorf. Verkauft wurden 16 061 BMW (plus 12,4 Prozent) und 3791 Mini (plus 3,9 Prozent). Überdurchschnittliches Wachstum weist BMW in der Motorradsparte aus: 2364 Töffs der weiss-blauen Marke aus Bayern fanden einen neuen Besitzer, 16,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Gesamthaft erwirtschaftete BMW mit ihren 295 Beschäftigten einen Gruppenumsatz von 1,83 Milliarden Franken, 9,2 Prozent mehr als 2009.

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