Die geplante Teilung in eine Immobilien- und in eine Investmentgesellschaft gestaltet sich immer schwieriger. Jetzt nimmt Jelmoli-Chef Harald Pinger den Hut.

Die Generalversammlung vom 18. Juni wird kaum Entspannung bringen. Im Gegenteil: Minderheitsaktionäre leisten Widerstand und der Konzern steckt tief in juristischen Auseinandersetzungen mit den Altaktionären von Tivona. Das schreckt Georg von Opel ab. Der Grossaktionär hält 25% des Kapitals und 53% der Stimmen. Diese Woche teilte seine Gesellschaft mit: «Pelham sieht die vom Verwaltungsrat eingeleitete Neuausrichtung des Konzerns aufgrund der Opposition einzelner Minderheitsaktionäre gefährdet. Juristische Auseinandersetzungen könnten den Konzern lähmen und unnötig finanziell belasten.» Gross ist das Misstrauen einzelner Minderheitsaktionäre in den Verwaltungsrat. So verlangen Franklin, Fortelus, Sandelman und Obrem, die 17% des Aktienkapitals kontrollieren, gar eine Überwachung des VR durch Sachverständige. Sie schlagen Peter Nobel und Bernhard Binzegger vor.

Streit mit unklarem Ausgang

Neben dem Widerstand dieser Hedge-Fonds hemmt aber auch der Konflikt mit den Tivona-Altaktionären die Aufspaltung. Zankapfel ist die Summe, welche Jelmoli für die restliche Beteiligung der Immobiliengesellschaft Tivona bezahlen muss. Die Altaktionäre von Tivona fordern 500 Mio Fr. Doch Jelmoli will nur 120 Mio Fr. bezahlen. Ein unabhängiger Gutachter bewertet das Aktienpaket. Jelmoli rechnet mit dessen-Entscheid bis Ende Jahr. Wobei dieser Entscheid vor Bundesgericht angefochten werden kann.

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Weitere juristische Auseinandersetzungen würden den Konzern in seiner Entwicklung lähmen. Vor einer Aufspaltung muss klar geregelt werden, wer einst die Tivona-Altaktionäre ausbezahlen muss. Diese schwer kalkulierbare Altlast will keine Gesellschaft gerne übernehmen. Die Rückstellungen würden happig ausfallen, sodass der Konflikt vor einer Aufspaltung geregelt werden sollte.

So bleibt der Streit um das über 175 Jahre angehäufte Jelmolikapital für alle Beteiligten ein Abenteuer mit unberechenbarem Ausgang.