Die künftige Strategie der neuen Investmentgesellschaft Jelmoli soll bis Ende September konkretisiert werden (siehe «Nachgefragt»). Letzte Woche wurde aus Jelmoli eine rund 3 Mrd Fr. schwere Investmentgesellschaft.
Nach dem Verkauf der Liegenschaften an die Investoren Delek Global Real Estate und Blenheim aus Israel bleiben noch Unternehmensteile wie der Warenhausbetrieb Jelmoli, die Gastrokette Molino, die Sportgeschäfte Beachmountain, Fundgrueb und die Beteiligungen an den Seiler Hotels. Auch sie sollen an den Meistbietenden veräussert werden.
Zwar haben sich die israelischen Käufer bis Ende Jahr eine Option auf den Warenhausbetrieb ausbedungen. «Aber wir schauen uns das erst einmal ganz genau an», erklärt Nadav Zohar, COO der Delek Global Real Estate, der «Handelszeitung».
Für Molino, Beach Mountain, Fundgrueb und die Beteiligung an den Seiler Hotels werden laut Jelmoli-VR-Präsident Walter Fust noch keine Verkaufsgespräche geführt. Interessenten aus der Schweiz hätten sich aber bereits gemeldet. Ausländische Käufer haben nur Interesse am attrakti-ven Warenhaus in der Zürcher City kundgetan. «Wir haben Zeit und wir nehmen uns Zeit», sagt Fust.
Bis auch die restlichen Aktivitäten verkauft werden, wird Fust wohl die Stellung halten: «Ich bin 66 Jahre alt, ein, zwei oder drei Jahre werde ich VR-Präsident bleiben und mich dann zurückziehen.»

NACHGEFRAGT
«Die Firma muss unabhängig sein»
Jelmoli-VR-Präsident Walter Fust über die neue Strategie.

Welche Anlagestrategie verfolgt die neue Investmentgesellschaft?
Walter Fust: Wir wollen in verschiedene Branchen und Länder investieren, damit wir wesentlich mehr als 4,5% Rendite erreichen.

In welche Branchen und Länder?
Fust: Das reicht von Chemie über Banken bis zu Versicherungen in EU-Ländern, den USA, Japan und sicher in den Bric-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien und China.

Können Sie das konkretisieren?
Fust: Die Strategie steht erst teilweise. In den EU-Ländern werden wir in Titel investieren, in den Bric-Staaten in erfolgreiche Fonds. Wir präzisieren die Strategie an der GV Ende September.

Wird die neue Gesellschaft mit von Opels ENR-Russia fusionieren?
Fust: Auf keinen Fall. Die zukünftige Firma muss unabhängig sein.

Sind Sie für eine Einheitsaktie?
Fust: Das wäre gerechter, ist aber nicht geplant.