Sollte der Jelmoli-Immobilien-Deal platzen, will das Unternehmen an seinen Liegenschaften festhalten und das Geschäft im bisherigen Sinne als Detailhandels- und Immobilienfirma weiterführen. Dies bestätigt Jelmoli-Kommunikationsberater Jörg Neef. «Auf den Verkauf der Immobilien würde vorderhand verzichtet.»
Dass es soweit kommen könnte, ist angesichts der Entwicklung der vergangenen Woche mit dem Schreiben der beiden israelischen Käufer Blenheim Properties und Delek Global Real Estate, die eine Neuverhandlung des Kaufpreises verlangen, nicht auszuschliessen. Begründet wird das Begehren unter anderem mit den derzeit herrschenden Bedingungen auf den internationalen Kreditmärkten. «Unseres Wissens steht die Finanzierung des Deals und ist abgesichert», sagt Neef. Die Käufer wollten seiner Ansicht nach vielmehr die Gunst der Stunde nutzen, um den Preis für das Immoblienportfolio zu drücken.
Dass die Finanzierung der Transaktion abgesichert ist, bestätigt nun auch die Käuferschaft. Bei Delek Global Real Estate heisst es auf Anfrage, dass keine Probleme mit der Finanzierung bestünden. Eine Neuverhandlung des Kaufpreises sei allerdings nichts Ungewöhnliches, sondern «business as usual».
Für Jelmoli stehen Nachverhandlungen oder ein Rücktritt aus dem Vertrag dagegen nicht zur Diskussion. «Der Vertrag ist niet- und nagelfest und sieht keine Ausstiegsklauseln vor», erklärt Neef.
Eine einseitige Reduktion des Kaufpreises durch die Käufer käme einem klaren Vertragsbruch gleich, der eine Konventionalstrafe nach sich ziehen würde. Diese könnte das Käuferkonsortium empfindlich treffen, auch wenn sie sich in Anbetracht des Kaufpreises von 3,4 Mrd Fr. in Grenzen halten würde. Hinzu kommt, dass ein allfälliges Scheitern der Immobilientransaktion einen nicht unwesentlichen Reputationsverlust für Blenheim Properties und Delek Global Real Estate zur Folge hätte.
Noch geben sich aber beide Seiten zuversichtlich, dass der Immobilien-Deal fristgerecht über die Bühne geht. Man sei sehr daran interessiert, mit der Transaktion fortzufahren, ist auf der Käuferseite zu hören. Gleiches gilt beim Schweizer Unternehmen, sofern am vereinbarten Kaufpreis nicht Korrekturen vorgenommen werden. Der Vollzug des Deals ist zwischen Ende September und Ende Oktober vorgesehen.

*Neue Strategie lässt Aktie fallen*
Ein baldiger Abschluss der Transaktion wäre auch den Aktionären zu wünschen. Seit der Bekanntgabe der Pläne von Jelmoli, das Unternehmen in eine Investmentgesellschaft umzuwandeln, sind dessen Aktien stark unter Druck geraten. Mit ausschlaggebend dabei war, dass sich einige Minderheitsaktionär mit der neuen Strategie des Unternehmens nicht anfreunden konnten und auf eine Ausschüttung der Verkaufs­erlöse drängen.
Ein weiteres Minus von über 10% in einer Woche auf knapp 3216 Fr. hat nun die jüngste Entwicklung bewirkt.