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Detailhandel
Jelmolis grosses Experiment ist zukunftsweisend

Visualisierung: Jelmoli-Shop am Flughafen. Jelmoli

Amazon macht in den USA einen Laden ohne Kasse. In der Schweiz geht Jelmoli neue Wege – mit virtueller Ware im realen Shop. Damit geht das Traditionshaus ein Wagnis ein.

Von Marcel Speiser
am 14.12.2016

Der winzige Lebensmittel-Supermarkt von Amazon in Seattle hat in den letzten Tagen weltweit für Aufsehen gesorgt. Weil der Laden, «Amazon Go» genannt, komplett auf Kassen verzichtet. Kunden können Teigwaren, Getränke und Deos einfach aus dem Regal nehmen und mit ihren Einkäufen nach Hause gehen. Ausgeklügelte Überwachungstechnik regelt den Rest. Unzählige Kameras und Sensoren registrieren im Detail, wer was und wieviel einpackt. Abgerechnet wird später.

Ähnlich Innovatives will das über 180-jährige Zürcher Warenhaus Jelmoli ab Herbst 2019 ausprobieren – mit einem neuen Laden am Flughafen Zürich. Vereinfacht gesagt versucht Firmenchef Franco Savastano, einen begehbaren Online-Shop zu realisieren. Oder einen realen Shop mit virtueller Ware.

Produkte erleben

Die Idee des Retail-Profis ist es, mit dem neuen Format die Nachteile des stationären Einkaufens – das Sortiment kann nie so breit sein wie im Internet – zu überwinden. Gleichzeitig will er dem oft sehr nüchternen E-Commerce – die Shops präsentieren Waren über Waren, bieten darüber hinaus aber kaum ein Einkaufserlebnis – Leben einhauchen. Indem er die Kunden im Laden über grosse Touchscreens in eine virtuelle Shoppingwelt entführt, die Produkte erlebbar macht.

Ob Savastanos Idee zündet und sich die dafür notwendige Logistik wirklich rechnet, ist offen. Dass sich das Traditionshaus Jelmoli im Kampf gegen sinkende stationäre Erträge auf ein Online-Offline-Experiment einlässt, ist zukunftsweisend. Und aller Stationären zur Adaptation empfohlen.

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